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Hadschi Murat: Eine Erzählung aus dem Land der Tschetschenen

Bereitgestellt von am Monday, 7 October 2013.    98 views Kein Kommentar
Hadschi Murat: Eine Erzählung aus dem Land der Tschetschenen

Hadschi Murat: Eine Erzählung aus dem Land der Tschetschenen
Autor: Lew Tolstoj
Ăśbersetzer: Arthur Luther
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 4 (23. Oktober 2000)
ISBN-10: 3458344098
ISBN-13: 978-3458344094
188 Seiten

Jahrzehnte nach seiner Teilnahme am Krimkrieg 1850/51 setzte Leo Tolstoi den tschetschenischen, daghestanischen und tscherkessischen Stämmen ein literarisches Denkmal. Zwei Welten stehen einander in diesem Roman gegenüber: die der russischen Eroberer und jene der Kaukasusvölker, denen Tolstois Sympathie gehörte.

Tolstoi beschreibt in “Hadschi Murat” die Problematik des Gegensatzes von Naturnähe und Zivilisation und gestaltete daraus ein wirkungsreiches Bild. Die blĂĽhende Distel, die mit ihrem Widerstand gegen die sie bedrohende Hand des Menschen an die historische Gestalt des kaukasischen Volkshelden Schamyl erinnert und an seinen Gegenspieler Hadschi Murat, wird zum Symbol fĂĽr die Gegenwehr.

Die Erzählung nimmt in einem kaukasischen Bergdorf ihren Anfang, von wo sich die Handlung mehr und mehr bis zum Höhepunkt, einer Szene bei Zar Nikolaus I. in Petersburg, entfernt und schließlich wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Aus der farbenfrohen Darstellung im Schnittpunkt zwischen Morgen- und Abendland ragt Hadschi Murat als urwüchsige heroische Gestalt heraus.

Ăśber den Autor

Lew Tolstoj wurde am 9. September 1828 in Jasnaja Poljana bei Tula geboren und starb am 20. November 1910 in Astapowo, heute zur Oblast Lipezk an einer Lungenentzündung. Tolstoj entstammte einem russischen Adelsgeschlecht. Als er mit neun Jahren Vollwaise wurde, übernahm die Schwester seines Vaters die Vormundschaft. An der Universität Kasan begann er 1844 das Studium orientalischer Sprachen. Nach einem Wechsel zur juristischen Fakultät brach er das Studium 1847 ab, um zu versuchen, die Lage der 350 geerbten Leibeigenen im Stammgut der Familie in Jasnaja Poljana mit Landreformen zu verbessern. Er erlebte von 1851 an in der zaristischen Armee die Kämpfe im Kaukasus und nach Ausbruch des Krimkriegs 1854 den Stellungskrieg in der belagerten Festung Sewastopol. Die Berichte aus diesem Krieg (1855: Sewastopoler Erzählungen) machten ihn als Schriftsteller früh bekannt. Er bereiste aus pädagogischem Interesse 1857 und 1860/61 westeuropäische Länder und traf dort auf Künstler und Pädagogen. Nach der Rückkehr verstärkte er die reformpädagogischen Bestrebungen und richtete Dorfschulen nach dem Vorbild Rousseaus ein. Seit 1855 lebte er abwechselnd auf dem Gut Jasnaja Poljana, in Moskau, und in Sankt Petersburg. Im Jahre 1862 heiratete er die 18-jährige deutschstämmige Sofja Andrejewna Behrs, mit der er insgesamt 13 Kinder hatte. In den folgenden Jahren seiner Ehe schrieb er die monumentalen Romane Krieg und Frieden sowie Anna Karenina, die Tolstojs literarischen Weltruhm begründeten.

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