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Selimchan Jandarbijew wurde amtierender Pr├Ąsident der Tschetschenischen Republik Itschkeria (CRI) nach der Ermordung Pr├Ąsident Dschochar Dudajews am 21. April 1996. Nach dem Ende des Ersten Russisch-Tschetschenischen Krieges wurden die Pr├Ąsidentschafts- und Parlamentswahlen auf den 27. Januar 1997 gelegt. Mehr als 20 Nominierungen gingen ein, aber lediglich 5 wurden als ernstzunehmende Kandidaten betrachtet. Diese waren der amtierende Pr├Ąsident Selimchan Jandarbijew, der Premierminister Aslan Maschadow, der stellvertretende Premierminister Mowladi Udugow, der Leiter des tschetschenischen Zollausschuss, der einflussreiche Feldherr Schamil Bassajew und der ber├╝hmte, tschetschenische Theaterschauspieler Achmed Sakajew. Jeder dieser Kandidaten hatte 10.000 Unterst├╝tzer-Unterschriften, welche am 23. Dezember 1996 bei der zentralen Wahlkommission eingereicht wurden. Eines der Besonderheiten dieser Wahlkampagne war die Tatsache, dass es unm├Âglich war, als pro-russischer Politiker teilzunehmen, selbst wenn man gem├Ą├čigt eingestellt war.

Im Januar 1997 fanden freie, demokratische Pr├Ąsidentschafts- und Parlamentswahlen in Tschetschenien statt, unter der Schirmherrschaft der OSZE (Organisation f├╝r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa). Die Wahlen wurden auf der Grundlage der tschetschenischen Verfassung durchgef├╝hrt, welche im M├Ąrz 1992 verabschiedet wurde. Gem├Ą├č dieser Verfassung war die Tschetschenische Republik ein unabh├Ąngiger, demokratischer Staat. Repr├Ąsentanten aus ├╝ber 20 L├Ąndern, wie auch die Vereinten Nationen, die OSZE und sogar die Russische F├Âderation nahmen an den Wahlen als Wahlbeobachter teil. Viele der ausl├Ąndischen Repr├Ąsentanten teilten mit, dass sie nirgendswo eine so hohe Beteiligung erlebt h├Ątten. Keine der russischen oder internationalen Experten, die die Wahlen beobachteten, haben Unregelm├Ą├čigkeiten festgestellt.

Aslan Maschadow hat einen ├╝berzeugenden Wahlsieg errungen, mit mehr als 59% der Stimmen. Schamil Bassayew wurde Zweiter, mit beeindruckenden 23,5 %. Selimchan Jandarbijew hatte sich erhofft, von dem Pr├Ąfix ÔÇťamtierenderÔÇŁ befreit und rechtm├Ą├čiger Pr├Ąsident zu werden, erlitt jedoch eine herbe Niederlage mit nur 10% der Stimmen. Die anderen Teilnehmer Mowladi Udugow und Achmed Sakajew konnten tats├Ąchlich nicht mehr als 1% der Stimmen erlangen.

Die Wahlen waren vermutlich die offensten und demokratischsten der Geschichte. Ihre Ergebnisse wurden sowohl von internationalen Wahlbeobachtern wie auch von Moskau anerkannt. Sogar der russische Pr├Ąsident Boris Jelzin gratulierte Aslan Maschadow zu seinem Wahlsieg.

Die Namen der 33 Abgeordneten des Parlaments der Tschetschenischen Republik Itschkeria, die ihr Amt noch innehaben:

Zhaloudi Saralyapov, Akhyad Idigov, Abubakar Magomadov, Selim Beshaev, Hamid Yangulbaev, Dokka Amagov, Balavdi Beloev, Suleyman Bustaev, Hussein Ishanov, Beslan Ishiev, Rizvan Islamov, Bekhan Dazhadaev, Ibragim Akhmatov, Nurdi Magomadov, Said-Akhmad Ediyev, Abdulla Yusupov, Ayndi Bisultanov, I. Abuzayidov, V. Adayev, R. Alungiriyev, M. Akhmadov, A. Akhmadov, M. Aymanthanov, A. Ayubov, U. Bakaniyev, U. Batayev, X. Batsuyev, R. Dadayev, S. Zubayrayev, I. Kukuyev, M. Tsumayev, N. Shakhbiyev, Z. Shovkhalov.

Die Namen der gefallenen Abgeordneten / M├Ąrtyrer [ermordet durch die russischen Besatzungsm├Ąchte / den russischen Geheimdient (FSB) ] des CRI-Parlaments:

Ruslan Alikhadzhiyev (Vorsitzender des CRI-Parlaments), Ramzan Akhmarov (Vorsitzender des Medienausschusses), Vakhit Bamatgiriev (Vorsitzender des Ausschusses f├╝r Politikwissenschaften und Scharia), Nasruddi Mintaev (Vorsitzender des Ausschusses f├╝r Soziales und Wirtschaftsentwicklung), Dardail Khiryaev (Vorsitzender des Ausschusses f├╝r Wissenschaft, Kultur, Sport und Jugendkommunikation), Aslanbek Abdulkhadzhiyev, Sultan Daudov, A. Islamov, Rizvan Lorsanov, Z. Sadulayeva, C.Gayrbekova (starb bei einem Verkehrsunfall).

Die Namen von 14 fr├╝heren Abgeordneten der Tschetschenischen Republik Itschkeria (sie wurden durch das CRI-Parlament abberufen, da sie mit russischen Besatzungsm├Ąchten kollaborierten):

Suleiman Abdurrahmanov, Hasan Ataev, Magomed Akhmedov, Gumki Gudaev, Waha Dakalov, Waha Dudaev, Turpal Kaimov, Shahid Kaliev, Rizwan Mumaev, Alexei (Abdurrahman) Suleymanov, Isa Temirov, Vagap Tutakov, Baudi Tsomaev, Apti Shahgiriev.

***Die Besatzung und der Krieg in Tschetschenien dauern immer noch an. Aus diesem Grund bleibt das im Jahre 1997 gew├Ąhlte Parlament rechtm├Ą├čig bestehen bis wieder neue, demokratische Wahlen im freien Tschetschenien abgehalten werden.