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Pressemitteilung: 23. Februar, tschetschenischer Welttag

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Pressemitteilung: 23. Februar, tschetschenischer Welttag

P R ES S E M I T T E I L U N G

23.02.2013

Betreff: 23. Februar, tschetschenischer Welttag
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Nichts und niemand wird vergessen!

Winter 1944
Wie eine extreme Klinge
Ist der Sommer in diesen Jahren
niemals angekommen
Die Wunden meines blutenden Herzens
Wurden niemals geheilt
Zeit ist endlos
Aber bringt keine Heilung
Und kein Vergessen
Was uns
Und in den 13 Jahren in Sibirien
Geschah!

Der 23. Februar 1944 ist der tragischste Tag in der Geschichte des tschetschenisch-inguschetischen Volkes (genannt Waynakh).

Am 11. Febrar 1943 diskutierte das Politb├╝ro der Kommunistischen Partei (Politisches B├╝ro des Zentralkommitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion) die Idee der ÔÇťLiquidierungÔÇŁ der Tschetschenisch-Inguschetischen Autonomen Republik und die Deportation der gesamten Tschetschenisch-Inguschetischen Nation auf Grund der Beschudigung der ÔÇťKollaboration mit den DeutschenÔÇŁ. Die Anschuldigung wurde trotz des Faktums, dass ÔÇťzwischen 1941 und 1944 mehr als 40.000 Tschetschenen der Roten Armee gedientÔÇŁ und ÔÇť450 Menschen mit Waffen in ihrer Hand gegen die Sowjets gek├ĄmpftÔÇŁ hatten, erhoben.

Unter dem Codenamen ÔÇťChechevitsaÔÇŁ [Lentil] wurden 20.000 Agenten des NKVD, NKGB und SMERSH sowie 100.000 Soldaten der regul├Ąren Einheiten eingesetzt, um die Operation zur Vertreibung der Tschetschenen und Inguscheten durchzuf├╝hren. Der Einsatz kostete nahezu 150 Millionen Rubel (3,9 Millionen Euro).

Am 23. Februar 1944 waren nicht nur einzelne Personen, einzelne Gruppen oder ein Teil der Bev├Âlkerung betroffen, sondern die gesamte Tschetschenisch-Inguschetische Nation: M├Ąnner und Frauen, Kinder und Alte ÔÇô alle wurden zu Opfern des Sowjetrussischen Genozids. Menschen wurden ├╝ber mehrere Wochen in ungeheizte Viehtransporter gepfercht. Lediglich alle 24 Stunden stoppten die Transporter und die Toten, die f├╝r Tschetschenen heilig sind, wurden in Gr├Ąben geworfen.

Ein Bergdorf namens Khaibakh im Herzen Tschetscheniens wurde zum Symbol der brutalenDurchf├╝hrung des Genozids. Am 26. Februar 1944 wurden die etwa 700 Einwohner des Dorfes – mitsamt den schwangeren Frauen, Alten und Kleinkindern ÔÇô in eine Scheune geperrt und lebendig verbrannt. Der Verantwortliche des Massakers berichtete ├╝ber das Geschehenin einem Telegramm:

An: Kommissar f├╝r Innere Angelegenheiten der UdSSR Genosse L.P. Beria
Nur f├╝r Ihre Augen bestimmt
Da es unm├Âglich war den Transport innerhalb des Zeitplanes durchzuf├╝hren und somit die Operation erfolgreich abzuschlie├čen, war ich gen├Âtigt ├╝ber 700 Bewohner des Dorfes Khaibakh zu liquidieren.
Grozny, Abt. Innere Angelegenheiten
Lieut.-Col. Gveshiani

Moskau gratulierte mit folgender Antwort:
Auf Grund ihrer resoluten Tat w├Ąhrend der Umsiedlung der Tschetschenen des Dorfes Khaibakh wurde eine Empfehlung zur Bef├Ârderung ausgesprochen.
Gratulation,
PC Innere Angelegenheiten UdSSR L.P. Beria.

Unterlagen des sowjetischen Archivs besagen, dass innerhalb weniger Tage 496.400 Tschetschenen/Inguscheten nach Zentralasien und Sibirien deportiert wurden. Bis zu 250.000 Menschen starben w├Ąhrend der Vertreibung und im Exil. Lediglich die H├Ąlfte der Vertriebenen konnte nach 1957 in ihre urspr├╝nglichen Heimatorte zur├╝ckkehren.

Durch strenge Zensur wurde verhindert, dass die Welt von diesem brutalen Vorfall erf├Ąhrt. 2004, 60 Jahre nach der Zwangsumsiedlung, erkannte das Europ├Ąische Parlament die Deportation der gesamten tschetschenischen und inguschetischen Bev├Âlkerung nach Zentralasien und Sibirien auf Befehl von Stalin am 23. Februar 1944 als ein Akt des Genozids Im Sinne der Vierten Haager Konvention von 1907 und der Konvention f├╝r die Pr├Ąvention und Repression von Kriminalit├Ąt und Genozid der UN-Vollversammlung vom 9. Dezember 1948 an.

Heute kann die Welt zwar trotz aller Versuche der Vertuschung von dem Genozid, den das tschetschenische und inguschetische Volk in diesen zwei Jahrzehnten erdulden musste, erfahren ÔÇô aber werden die f├╝hrenden Politiker weitere 60 Jahre warten, bevor sie beschlie├čen in die Entwicklung Tschetscheniens einzugreifen?

Wir, die Save Chechnya Campaign, forden von allen Regierungen unabh├Ąngiger und demokratischer Staaten die 1944 von der UdSSR durchgef├╝hrte Deportation sowie alle Taten des demokratischen Russlands des 21. Jahrhunderts in den 1990ern und 2000ern in Tschetschenien als Akt des Genozids des tschetschenisch-inguschetischen Volkes zu verurteilen. Des weiteren fordern wir die Einrichtung eines internationalen Gerichtshofs f├╝r Kriegsverbrechen, der die Verantwortlichen der Straftaten gegen unschuldige tschetschenisch-inguschetische Zivilisten juristisch zur Verantwortung ziehen kann!

A.Burak Oztas
Generaldirektor der Save Chechnya Campaign

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