Archivdokumente

Alte Artikel, Pr├Ąsentationen, Vortr├Ąge, Reden mit Bezug zu Tschetschenien.

B├╝cherregal

Informationen ├╝ber B├╝cher mit Bezug zu Tschetschenien und den Tschetschenen.

Gedichte

Gedichte ├╝ber das tschetschenische Volk sowie Gedichte von sehr ber├╝hmten Tschetschenen

Lyrics

Songtexte von sehr ber├╝hmten, tschetschenischen Liedern abrufen, h├Âren und downloaden.

Tschetschenische Kultur

Artikel, Materialien und vieles mehr zur tschetschenischen Kultur.

Home » Interviews

Interview mit “The Aftermath”

Bereitgestellt von am Saturday, 2 November 2013.    67 views Kein Kommentar
Interview mit “The Aftermath”

Marsho“, eine monatlich erscheinende tschetschenische Zeitschrift in t├╝rkischer Sprache, hat ein besonderes Interview mit den Bandmitgliedern von “The Aftermath” gef├╝hrt, welche 2004 durch zwei inguschische Schwestern in Moskau gegr├╝ndet wurde. Die zwei talentierten Schwestern Taita und Fatima Matieva schreiben und komponieren ihre eigenen Songs in englischer Sprache und teilen dabei ihre Welt mit uns. Wenn man ihren Songs zuh├Ârt, verliert man sich in ihren magischen Stimmen und den beeindruckenden Texten. Insbesondere wenn man vernimmt, dass sie keine musikalische Ausbildung genossen haben, kann man ein Staunen nicht unterdr├╝cken. Die Band hat ihr erstes Album “I follow song” 2006 ver├Âffentlicht und ihr zweites Album ÔÇťCharming OctoberÔÇŁ im letzten Jahr. Lernen wir Taita und Fatima kennen.

Marsho: Wie wurde euer Interesse f├╝r Musik geweckt?

The Aftermath: Als wir noch in Grosny lebten (damals die Hauptstadt der Tschetscheno-Inguschischen Republik), hatte unser Vater eine gro├če Sammlung von Schallplatten: Blues, Folk, Jazz, Rock, Soul, Country etc. Das hatte vermutlich seine Auswirkungen auf uns. Der unvergesslichste Moment war jedoch der, als Papa die Beatles Platten auflegte. Es war eine Sammlung ihrer Songs, gr├Â├čtenteils waren das Songs aus dem ÔÇťWhite AlbumÔÇŁ. Nebenbei bemerkt ist das immer noch eines unserer Lieblingsalben. Wir haben uns in die Musik verliebt. Dann wurden wir in den englischen Folk einbezogen und wurden danach s├╝chtig nach Root Blues etc. Sp├Ąter waren wir von der klassischen Musik angetan, insbesondere Barock, unser Favorit unter den Komponisten ist Bach. Wir haben sehr viel Instrumentalmusik von Ennio Morricone, Paul Mauriat, Leonard Bernstein etc. geh├Ârt. Anschlie├čend haben wir angefangen, Musik aus verschiedenen Nationen zu h├Âren. Wir lieben zudem auch die Musik der Natur: Vogelgesang, Regenger├Ąusche, Meeresrauschen, der Wind etc. Ich w├╝rde sagen, wir lieben die Musik schon von unserer Geburt an. Wie kann man sie nicht lieben? Musik ist untrennbar verbunden mit allem, was uns umgibt ÔÇô die Menschen.

Marsho: Wie kam es zu dem Entschluss, eine eigene Band zu gr├╝nden?

The Aftermath: Es war unser Traum, seit wir an der Schule sind. Wir dachten jedoch und glauben immer noch, dass man in der Lage sein muss, eigene Songs zu schreiben, um eine Gruppe zu gr├╝nden. Denn ohne w├╝rden wir uns nicht wie eine Band f├╝hlen, wie echte K├╝nstler. Deshalb, sobald das eintrat, wurde die Entstehung unserer Gruppe unvermeidbar.

Marsho: Warum habt ihr euch f├╝r “The Aftermath” entschieden? Was bedeutet das?

The Aftermath: Aftermath ist ein sehr sch├Ânes Wort aus phonetischer Sicht, wei├čt du. Zuallererst steht das Wort “Aftermath” f├╝r “Konsequenzen”. Wir wurden in Grosny geboren und wuchsen dort auf, wir haben unsere Heimat verlassen infolge des Kriegs. Wir denken, dass unsere Musik geboren wurde als Antwort auf die Erfahrungen, die wir gemacht hatten und aus diesem Grund haben wir beschlossen, uns “Aftermath” zu nennen.

Marsho: Taita, soweit wir wissen, bist du promovierte Mathematikerin und deine Schwester Fatima hat den Bachelor-Abschluss im Fach Linguistik. Ist Musik ein Hobby, ein Parttime-Job oder ein Beruf f├╝r euch?

The Aftermath: Nat├╝rlich ist die Musik nicht nur ein Hobby, aber es ist auch schwer, ausreichend Geld nur mit der Musik zu verdienen. Insbesondere in Russland. Deshalb ist es ein Parttime-Job. Um ehrlich zu sein kann ich es auch nicht einen Job nennen. Da wir die Musik ├╝ber alles lieben.

Marsho: Warum habt ihr euch entschieden, englische Texte zu schreiben und zu singen?

The Aftermath: Ich w├╝rde sagen, weil wir die englische Sprache seit unserer fr├╝hen Kindheit lieben. Unserer Meinung nach sind die Musik und die Sprache eng miteinander verbunden und das bedeutet, dass die Wurzeln unserer Musik (Blues, Jazz, Folk, Rock) Englisch und Amerikanisch sind. Generell haben wir jedoch nie dar├╝ber nachgedacht, es kam einfach so.

Marsho: Wie f├╝hlt es sich an, in Englisch zu singen, in einem russischsprachigen Land?

The Aftermath: Wir denken nicht ├╝ber die Sprache nach, wenn wir singen. Denn die Musik ist selbst schon eine Sprache. Gegenw├Ąrtig ist es sehr hart, in Russland Musiker, K├╝nstler, Sch├Âpfer jeglicher Arten von Kunst zu sein, auch wenn man es in Russisch macht.

Marsho: Euer erstes Album “I follow song” wurde 2006 ver├Âffentlicht, das Zweite “Charming October” jedoch erst in 2012, warum hat es so lange gedauert?

The Aftermath: Das wei├č ich wirklich nicht. Ich denke aber, weil wir eben Perfektionisten sind. Wir h├Ątten es viel fr├╝her schaffen k├Ânnen, wir hatten ausreichend Songs und sie waren aufnahmebereit. Wir haben sie 2008 zum ersten Mal aufgenommen, aber waren mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Jetzt haben wir neue Songs geschrieben und sind fast soweit, ein drittes Album zu ver├Âffentlichen. Ich vermute, dass wir dieses Mal nicht ÔÇťauf ZeitÔÇŁ spielen werden und es n├Ąchstes Jahr bereits herausbringen.

Marsho: Auf eurem letzten Album befindet sich ein Song mit dem Namen “Some time ago” und zum ersten Mal spielt ihr auf der Dechig-Pandur (Anmerkung der Redaktion: ein tschetschenisches Saiteninstrument), d├╝rfen wir mehr traditionelle Musik erwarten?

The Aftermath: Wir haben diesen Song im Nordkaukasus geschrieben, in der N├Ąhe unserer Berge. Wir h├Ârten etwas Tradition darin und beschlossen deshalb, unser traditionelles Volksmusikinstrument Dechig-Pandur einzusetzen. Isa Mezhidov (der die traditionelle Musik hervorragend auf der Dechig-Pandur spielen kann, aber nie f├╝r diese Musikrichtung) hat diesen Song gespielt. Ich erinnere mich, wie ich versuchte ihm zu erkl├Ąren, welche Akkorde ich auf der Gitarre verwende und er versuchte, es auf dem Instrument nachzuspielen. Letztendlich hat uns gefallen, was wir geschaffen haben.

Marsho: Werdet ihr auch traditionelle Tschetscheno-Inguschische Songs covern?

The Aftermath: Wir lieben unsere traditionelle Musik sehr und es ist durchaus m├Âglich, dass wir einige Cover aufnehmen. Beispielsweise k├Ânnen wir einen Song covern, welches unsere Oma geschrieben hatte. Sie hat in ihrer Jugend komponiert und sie war eine wundervolle Harmonikaspielerin. Einige ihrer Lieder sind heute sehr bekannte Volkslieder, aber unsere ├älteren erinnern sich noch, dass sie diese Lieder komponiert hatte. Es ist wirklich erfreulich, das zu wissen.

Marsho: Vielen Dank f├╝r eure Zeit. Wir w├╝nschen euch viel Erfolg und viele Fans.

The Aftermath: Wir danken f├╝r das Interview.

*Ihr k├Ânnt “The Aftermath” auf Facebook und Youtube folgen und/oder ihre Songs von den AppStores downloaden.

**Das Interview wurde erstmalig in der September-Ausgabe von “Marsho” im Jahre 2013 ver├Âffentlicht, von Waynakh Online ├╝bersetzt.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Schreiben Sie einen Kommentar oder erzeugen Sie einen trackback zu Ihrer eigenen Seite. Sie k├Ânnen die Kommentare zu diesem Beitrag auch subscribe to these comments via RSS.

Bitte bleiben Sie h├Âflich. Seien Sie ehrlich. Keine Off-Topic-Beitr├Ąge. Kein Spam.

You can use these tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar.