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Tschetschenen in der TĂĽrkei werden zu Waisen!

Bereitgestellt von am Thursday, 23 May 2013.    200 views Kein Kommentar
Tschetschenen in der TĂĽrkei werden zu Waisen!

Medet ĂśnlĂĽ, Honorarkonsul der Tschetschenischen Republik Itschkeria in der TĂĽrkei, wurde am 22. Mai 2013 um 19.10 h in seinem BĂĽro in Ankara erschossen.

Laut der Erstinformation, die wir erhielten, kamen am 22. Mai 2013 um 19.10 h ein oder mehrere Unbekannte in das Büro des Honorarkonsuls der Tschetschenischen Republik Itschkeria in der Türkei, welches sich in Ankara befindet. Der Konsul Medet Ünlü öffnete die Tür und wurde mehrmals mit einer schallgedämpften Waffe angeschossen. Der Attentäter verließ das Gebäude in einem weißen Auto. Unser Konsul, unser Stammesältester, unser Gefährte Medet Ünlü fiel dort zu Boden, wo er stand, aufgrund der Vielzahl an Schüssen, die ihn aus nächster Nähe trafen. Er starb am Tatort und wurde zum Schahid (Märtyrer).

Schon seit geraumer Zeit bekamen Medet Ünlü und sein engster Kreis Morddrohungen von Mitgliedern des Pro-Moskau-Regimes aus dem von Russland besetzten, tschetschenischen Territorium sowie von salafistischen Gruppen. Dennoch, als echter Abreke sagte er immer, dass er sich vor niemandem fürchtet, außer vor Allah. Seine Adresse sei jedem bekannt. Woher hätte er ahnen können, dass diese Schlächter in sein Büro in Ankara kommen und als Söldner solch ungerechte Taten vollbringen würden!

Medet Ünlü war ein aktives Mitglied der tschetschenischen Diaspora in der Türkei, die dort seit dem 19. Jahrhundert lebt, nachdem das zaristische Regime Deportationen und Völkermorde in Gang setzte. Im Jahre 1994, als die russische Militärmacht das Land der Tschetschenischen Republik Itschkeria besetzte, schloss er sich, wie viele seiner Landsmänner in der türkischen Diaspora, dem Kampf gegen die russischen Invasoren an.

Im Gegensatz zu den Anderen jedoch widmete er sein Leben, seine Arbeit und seine Energie diesem Ziel. Es gab keinen einzigen Tschetschenen, der Tschetschenien verlassen und in die Türkei einwandern musste, der ihn nicht kannte. Jemand, der Verpflegung brauchte, kam zu ihm. Jemand der ein Dach über dem Kopf brauchte, kam auch zu ihm. Jemand, der erkrankte, ebenfalls. Er drehte den Tschetschenen nie den Rücken. Wie sein Name schon sagt, wurde er zum “Medet”, was so viel wie Hilfe und Unterstützung bedeutet im Türkischen. Er setzte sich sehr stark für die Einbürgerung oder zumindest die Ausstellung eines Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisses für die Asylbewerber in der Türkei ein. Beim Verfolgen dieser Ziele hielt er sich zuweilen tagelang in der türkischen Bürokratie in Ankara auf. Er organisierte hunderte von Konferenzen, Seminaren und Fotoausstellungen überall in der Türkei, um den Menschen das wahre Gesicht der Russischen Besatzung und die Realität in Tschetschenien zu zeigen. In den letzten Jahren hatte sich die Einstellung der Türkei zu Tschetschenien dramatisch geändert, mit Hilfe des blutigen Geldes des pro-russischen Regimes. Dennoch gab er nie auf und leistete den Widerstand alleine, so stark wie ein Fels gegen alle Propagandisten. Das ist der Grund, weshalb man ihn uns wegnehmen wollte. Sie wollten uns ins Herz treffen und sie wollten die türkische Diaspora, die sich der heiligen Sache Dudajews und Maschadows widmete, zum Schweigen bringen.

Ja, leider sind wir, die tschetschenische Diaspora in der TĂĽrkei, nach dieser Ermordung zu Waisen geworden! Der Grund dafĂĽr liegt im Blankoscheck, der von der tĂĽrkischen Republik an die Russische Föderation ĂĽberreicht wurde. Die AKP, die die tĂĽrkische Republik steuert, schweigt. Sie spielten auch schon bei den anderen Mordanschlägen gegen Tschetschenen in der TĂĽrkei die Rollen der 3 berĂĽhmten Affen. Kein einziger Abgeordneter unter dem Dach des tĂĽrkischen Parlaments, das vermeintlich Repräsentant des Volkes ist, hat Fragen zu diesen andauernden Morden gestellt. Trotz dieser Einstellung und der Mordfälle – sollten sie glauben, dass sie unsere Aktivitäten und Bestrebungen, in einem freien, tschetschenischen Land zu leben, stoppen können, dann liegen sie falsch. Wir wissen jetzt, dass wir stärker sind und werden zu einer geballten Faust, die auf der Spur unseres Stammesältesten Medet ĂśnlĂĽ wandelt.

Wir möchten tiefes Bedauern ausdrücken zu dem schweren Verlust, den wir erlitten haben.

Dala gazot gobal doyla Medet, Dala gech doyla!
Dala yalsamanexkh vovsheŃ… tuŃ…iyla vay masso a!

Waynakh Online

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