{"id":864,"date":"2015-07-12T20:45:58","date_gmt":"2015-07-12T17:45:58","guid":{"rendered":"http:\/\/waynakh.com\/de\/?p=864"},"modified":"2015-07-12T20:45:58","modified_gmt":"2015-07-12T17:45:58","slug":"die-guten-tschetschenen-von-kilchberg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/waynakh.com\/de\/2015\/07\/12\/die-guten-tschetschenen-von-kilchberg\/","title":{"rendered":"Die guten Tschetschenen von Kilchberg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Sie hat sich integriert, trotzdem droht einer Familie aus Tschetschenien die R\u00fcckschaffung. Eltern, Lehrer und Sch\u00fcler wehren sich f\u00fcr sie.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Epizentrum des Protestes ruht in der Mittagssonne. Es ist die Schule von Kilchberg, ein Schulhaus, wie man es sich vorstellt von der T\u00fcr bis zum Dach. Es hat einen grossen Pausenplatz davor, durch das Gitter sieht man auf den \u00adZ\u00fcrichsee. Mehr Frieden kann nicht sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei M\u00e4dchen sitzen im Schatten ihrer Schule, reden miteinander und kichern. Sie waren sich fremd, sie sind Freundinnen geworden: Melanie, Markha, Linda. Die eine kommt von hier, die beiden anderen sind hierhergekommen. Mit ihren Eltern und Br\u00fcdern. Vor dreieinhalb Jahren floh die Familie aus Tschetschenien in die Schweiz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der gr\u00f6sste Wunsch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Kinder nach Kilchberg gelangten, verstanden sie kein Wort Deutsch, jetzt reden sie fliessend Hochdeutsch und Dialekt, auch untereinander. Sie haben sich eingelebt, sie wohnen hier, sie m\u00f6chten bleiben. \u00abUnser gr\u00f6sster Wunsch als Familie\u00bb, sagt Markha, die \u00c4ltere: \u00abDass wir nicht weggehen m\u00fcssen.\u00bb Die Kleine macht dazu ein so frohes Gesicht, als sei das schon beschlossen. Die Mutter hofft noch, ihr Mann offensichtlich nicht mehr: Vorletzte Woche musste er nach einem Zusammenbruch in das Sanatorium Kilchberg eingeliefert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuvor hatte das Bundesverwaltungsgericht einen Entscheid des Staatssekretariats f\u00fcr Migration (SEM) letztinstanzlich best\u00e4tigt: Die Familie muss in ihr Herkunftsland zur\u00fcckkehren. Ihre Asylgr\u00fcnde seien nicht glaubw\u00fcrdig und eine R\u00fcckkehr zul\u00e4ssig, zumutbar und m\u00f6glich. Die Schweiz unterscheide nicht zwischen russischen und tsche\u00adtschenischen Asylsuchenden, erg\u00e4nzt Martin Reichlin vom Staatssekretariat auf Anfrage, weist aber darauf hin, dass im laufenden Jahr 28,6 Prozent der russischen Asylgesuche anerkannt w\u00fcrden. Ohnehin werde jedes Gesuch individuell gepr\u00fcft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Fremden in ihrer Mitte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Kilchberg w\u00e4chst der Widerstand gegen die drohende R\u00fcckschaffung. Eltern und Sch\u00fcler haben sich zum Komitee formiert. Und bitten die Migrations\u00adbeh\u00f6rde, die Familie aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden in der Schweiz aufzunehmen. Sie haben eine Website installiert, die ihr Anliegen schon im Titel tr\u00e4gt: <a href=\"http:\/\/www.hierzuhause.ch\/\" target=\"_blank\">hier\u00adzuhause.ch<\/a>. Sie zeigt die Familie auf dem Schulplatz, umringt von all den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, die sie in Kilchberg behalten m\u00f6chten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die Familie fl\u00fcchtet, in einem Minibus versteckt, \u00fcber Weissrussland in die Schweiz, wo sie ein Asylgesuch stellt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die M\u00e4dchen auf dem Schulplatz herumrennen, erl\u00e4utern die Eltern von Melanie ihre Motive. Sie h\u00e4tten so etwas noch nie getan, sagt Ronie B\u00fcrgin, einer der Initianten. \u00abWir tun es jetzt, weil wir die Ausschaffung der Familie unzumutbar finden. Und unw\u00fcrdig f\u00fcr unser Land.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Politische Gr\u00fcnde habe er nicht, habe niemand im Komitee. Aber dass eine Familie mit vier Kindern, die sich in den fast vier Jahren hier bestens integriert habe, trotzdem zur\u00fcckgeschafft werde und das in einen offensichtlichen Unrechtsstaat, das emp\u00f6re ihn. Als Vater und B\u00fcrger. \u00abStatt ein Asylheim am Stadtrand zu installieren\u00bb, sagt er noch, \u00abm\u00fcsste man die Fl\u00fcchtlinge, die sich integrieren wollen, in unserer Mitte leben lassen.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was genau heisst integriert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ronie B\u00fcrgin wuchs als Sohn einer Brasilianerin in der Schweiz auf, seine Frau Francesca kam als 13-J\u00e4hrige aus England nach Kilchberg, die beiden haben also eine eigene Ahnung davon, was es heisst, sich fremd zu f\u00fchlen in der Schweiz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was heisst f\u00fcr das Paar denn integriert? Zuerst braucht Francesca B\u00fcrgin jene Adjektive, die man eher mit Assimilation assoziiert: eine ausnehmend freundliche Familie, die Eltern bem\u00fcht, Deutsch zu lernen, die Kinder an der Schule gl\u00fccklich und beliebt. Im Lauf des Gespr\u00e4chs werden die Gef\u00fchle st\u00e4rker, B\u00fcrgin erz\u00e4hlt von den Elternabenden, bei denen der Vater jedes Mal gekommen sei, beim Treffen am Gr\u00fcmpelturnier. Er habe \u00fcbrigens auch eine Arbeitsstelle gefunden, was den Entscheid der Beh\u00f6rden noch unverst\u00e4ndlicher mache, sagt ihr Mann. \u00abWieso schafft man eine Familie zur\u00fcck, die sich so gut eingelebt hat?\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, wieso? Wie so oft in solchen Fragen widersprechen sich Aussagen und Einsch\u00e4tzungen. Laut dem Unterst\u00fctzungskomitee geht die Version des Vaters so: Weil er einem tschetschenischen Rebellen aus dem Nachbardorf hilft, wird er von Schl\u00e4gern des Pr\u00e4sidenten Ramsan Kadyrow festgenommen und zehn Tage lang verh\u00f6rt und gefoltert. Dann l\u00e4sst man ihn frei, aber das hat dort System; auf die Freilassung folgen meistens Hausbesuche von Kadyrows Spezialeinheiten, um der Familie Angst zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vater versteckt sich, ebenso seine Frau mit den Kindern, die Soldaten finden sie nicht. Wenig sp\u00e4ter fl\u00fcchtet die Familie nach Polen, wo die f\u00fcnf als Fl\u00fcchtlinge anerkannt werden. Dennoch f\u00fchlen sie sich dort zu wenig sicher und reisen weiter in die Niederlande, wo sie wegen des Dublin-Abkommens nicht bleiben d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Juli 2011 kehrt die Familie nach Tschetschenien zur\u00fcck, wo der Vater von einem \u00dcberl\u00e4ufer aus seinem Dorf als Widerstandsk\u00e4mpfer denunziert wird. Wieder tauchen Kadyrows Schl\u00e4ger auf, um ihn zu verhaften, treffen ihn aber nicht zu Hause an. Die Familie durchlebt angstvolle Monate, die Lage wird f\u00fcr sie untragbar, also fl\u00fcchtet sie im November erneut. Der Vater, die schwangere Frau und ihre drei Kinder reisen mit dem Zug nach Moskau und, in einem Minibus versteckt, weiter \u00fcber Weissrussland in die Schweiz, wo sie im Empfangszentrum Vallorbe ein Asyl\u00adgesuch stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses wird zwei Jahre sp\u00e4ter abgelehnt. Freunde der Familie bezahlen einen Anwalt, der beim Bundesverwaltungsgericht rekurriert. Vergeblich. Die Familie h\u00e4tte heute ausgeschafft werden sollen, das ist der letzte Schultag vor den Sommerferien. Aber dann kollabiert der Vater.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Migrationsamt glaubt ihm nicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum muss die Familie nach Tsche\u00adtschenien zur\u00fcck, anders gefragt: Warum trauen die Schweizer Beh\u00f6rden dem Vater nicht und verweigern ihm den Fl\u00fcchtlingsstatus? Weil sie ihm nicht glauben, dass er in seinem Land gef\u00e4hrdet ist; weil sie ihn nicht f\u00fcr einen Widerstandsk\u00e4mpfer halten; und weil sie ein entscheidendes Dokument als unecht einsch\u00e4tzen, mit dem er seine Gef\u00e4hrdung durch das Regime belegen will: eine Vorladung der tschetschenischen Polizei vom Dezember 2014. Ein solches Dokument lasse sich in Tschetschenien kaufen, argumentiert das <a href=\"http:\/\/www.derbund.ch\/zuerich\/region\/organisation\/staatssekretariat-fuer-migration\/s.html\" target=\"_blank\">Staatssekretariat f\u00fcr Migration<\/a> unter anderem, es fehlten Stempel und Absenderadresse.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Auch der Asylbetreuer von Kilchberg hat M\u00fche, den Entscheid aus Bern mitzutragen. Ihm fehle das n\u00f6tige Verst\u00e4ndnis.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberhaupt habe der Vater nicht glaubhaft machen k\u00f6nnen, Aufst\u00e4ndische in seiner Heimat zu unterst\u00fctzen. \u00abDas SEM geht eher davon aus, dass Sie aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Situation mit Ihrer Familie aus Tschetschenien gefl\u00fcchtet sind.\u00bb Zudem bestehe dort keine humanit\u00e4re Krise mehr, das s\u00e4hen auch die UNO und das Rote Kreuz so.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sei zwar richtig, h\u00f6rt man von Journalisten, die sich auskennen, aber wer nicht zum Klientelkreis von Pr\u00e4sident Kadyrow geh\u00f6re, sei der Willk\u00fcr seiner Garde ausgesetzt; erst recht beim Verdacht, Aufst\u00e4ndische zu unterst\u00fctzen. Die Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker weist darauf hin, dass schon die Flucht aus Tschetschenien eine R\u00fcckkehr erschwert. Und die Crisis Group, eine international angesehene Denkfabrik, beschreibt in ihrem Bericht von Ende Juni F\u00e4lle von Willk\u00fcr, unges\u00fchnten \u00dcbergriffen, von Regierungsdruck auf die Justiz; von einer tr\u00fcgerischen Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kritik der lokalen Beh\u00f6rde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob die Beh\u00f6rden den tschetschenischen Vater zu Unrecht beschuldigen, l\u00e4sst sich nicht \u00fcberpr\u00fcfen. F\u00fcr Thomas Schaad, Anwalt der Familie, steht fest: Wer aus Tschetschenien komme, habe es mit einem Asylgesuch schwerer. Ihn \u00fcberzeugt auch der F\u00e4lschungsvorwurf nicht, mit dem die Beh\u00f6rde gegen den Vater argumentiert. Erstens gebe es keinerlei Hinweise darauf, dass er die Vorladung gekauft habe. Zweitens m\u00fcsse man Dokumente umso genauer untersuchen, je korrupter eine Regierung agiere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unabh\u00e4ngig solcher Differenzen besch\u00e4ftigt die drohende R\u00fcckschaffung der Familie viele in Kilchberg. Die Emp\u00f6rung aus der Bev\u00f6lkerung verdeutlicht, was viele Betreuer von Fl\u00fcchtlingen aus eigener Erfahrung kennen: wie sehr sich die Gef\u00fchle intensivieren, wenn das Schicksal die Statistik verl\u00e4sst, wenn der Asylfall sich zur Familie konkretisiert, wenn aus fernen Fl\u00fcchtlingen Eltern werden, die man am Gr\u00fcmpelturnier sieht, und Kinder, die sich mit der eigenen Tochter anfreunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">D\u00fcrfte diese Familie bleiben, das glaubt auch der Asylbetreuer von Kilchberg, k\u00e4me das im Dorf gut an. Als Beh\u00f6rdenmitglied muss Andr\u00e9 Delafontaine die Entscheide aus Bern mittragen, \u00ababer in diesem Fall habe ich M\u00fche, das n\u00f6tige Verst\u00e4ndnis aufzubringen\u00bb. Die tschetschenische Familie sei exemplarisch integriert, immer hilfsbereit, und sie beanspruche keinerlei Spezialbehandlungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nur verschoben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wie reagieren die Kinder darauf, dass ihre Mitsch\u00fclerinnen die Schweiz wohl werden verlassen m\u00fcssen? \u00abSie fragen viel, denn es besch\u00e4ftigt sie\u00bb, sagt Thomas B\u00f6hm, ein Lehrer, der die tschetschenischen M\u00e4dchen unterrichtet. \u00abIch habe ihnen auf der Karte gezeigt, wo Tschetschenien liegt\u00bb, sagt er, \u00ababer ich habe ihnen nicht davon erz\u00e4hlt, was dort passiert ist.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eltern erz\u00e4hlen, ihre Kinder seien aufgew\u00fchlt, manche m\u00fcssten immer wieder weinen, andere w\u00fcrden f\u00fcr ihre Schulfreundinnen beten. Auch Markha, die \u00c4ltere der beiden tschetschenischen M\u00e4dchen, tr\u00e4gt schwer an der drohenden Ausschaffung. Zugleich bereitet sie sich darauf vor: Sie hat fast alles, was ihr geh\u00f6rt, ihren Mitsch\u00fclern und ?sch\u00fclerinnen verschenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Website des Komitees haben fast 800 Leute unterschrieben. Die Ausschaffung wurde nicht ausgesetzt. Nur verschoben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">(Tages-Anzeiger)<br \/>\n(Erstellt: 09.07.2015, 21:09 Uhr)<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/www.derbund.ch\/zuerich\/region\/die-guten-tschetschenen-von-kilchberg\/story\/15753424\" target=\"_blank\">Der Bund<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie hat sich integriert, trotzdem droht einer Familie aus Tschetschenien die R\u00fcckschaffung. 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