{"id":720,"date":"2013-11-02T17:06:14","date_gmt":"2013-11-02T14:06:14","guid":{"rendered":"http:\/\/waynakh.com\/de\/?p=720"},"modified":"2014-06-02T17:11:42","modified_gmt":"2014-06-02T14:11:42","slug":"interview-mit-the-aftermath","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/waynakh.com\/de\/2013\/11\/02\/interview-mit-the-aftermath\/","title":{"rendered":"Interview mit &#8220;The Aftermath&#8221;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8220;<a href=\"http:\/\/marshodergisi.blogspot.com\/\" target=\"_blank\"><strong>Marsho<\/strong><\/a>&#8220;, eine monatlich erscheinende tschetschenische Zeitschrift in t\u00fcrkischer Sprache, hat ein besonderes Interview mit den Bandmitgliedern von &#8220;<a href=\"http:\/\/www.aftermath.ru\/\" target=\"_blank\"><strong>The Aftermath<\/strong><\/a>&#8221; gef\u00fchrt, welche 2004 durch zwei inguschische Schwestern in Moskau gegr\u00fcndet wurde. Die zwei talentierten Schwestern Taita und Fatima Matieva schreiben und komponieren ihre eigenen Songs in englischer Sprache und teilen dabei ihre Welt mit uns. Wenn man ihren Songs zuh\u00f6rt, verliert man sich in ihren magischen Stimmen und den beeindruckenden Texten. Insbesondere wenn man vernimmt, dass sie keine musikalische Ausbildung genossen haben, kann man ein Staunen nicht unterdr\u00fccken. Die Band hat ihr erstes Album &#8220;I follow song&#8221; 2006 ver\u00f6ffentlicht und ihr zweites Album \u201cCharming October\u201d im letzten Jahr. Lernen wir Taita und Fatima kennen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Wie wurde euer Interesse f\u00fcr Musik geweckt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Als wir noch in Grosny lebten (damals die Hauptstadt der Tschetscheno-Inguschischen Republik), hatte unser Vater eine gro\u00dfe Sammlung von Schallplatten: Blues, Folk, Jazz, Rock, Soul, Country etc. Das hatte vermutlich seine Auswirkungen auf uns. Der unvergesslichste Moment war jedoch der, als Papa die Beatles Platten auflegte. Es war eine Sammlung ihrer Songs, gr\u00f6\u00dftenteils waren das Songs aus dem \u201cWhite Album\u201d. Nebenbei bemerkt ist das immer noch eines unserer Lieblingsalben. Wir haben uns in die Musik verliebt. Dann wurden wir in den englischen Folk einbezogen und wurden danach s\u00fcchtig nach Root Blues etc. Sp\u00e4ter waren wir von der klassischen Musik angetan, insbesondere Barock, unser Favorit unter den Komponisten ist Bach. Wir haben sehr viel Instrumentalmusik von Ennio Morricone, Paul Mauriat, Leonard Bernstein etc. geh\u00f6rt. Anschlie\u00dfend haben wir angefangen, Musik aus verschiedenen Nationen zu h\u00f6ren. Wir lieben zudem auch die Musik der Natur: Vogelgesang, Regenger\u00e4usche, Meeresrauschen, der Wind etc. Ich w\u00fcrde sagen, wir lieben die Musik schon von unserer Geburt an. Wie kann man sie nicht lieben? Musik ist untrennbar verbunden mit allem, was uns umgibt \u2013 die Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Wie kam es zu dem Entschluss, eine eigene Band zu gr\u00fcnden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Es war unser Traum, seit wir an der Schule sind. Wir dachten jedoch und glauben immer noch, dass man in der Lage sein muss, eigene Songs zu schreiben, um eine Gruppe zu gr\u00fcnden. Denn ohne w\u00fcrden wir uns nicht wie eine Band f\u00fchlen, wie echte K\u00fcnstler. Deshalb, sobald das eintrat, wurde die Entstehung unserer Gruppe unvermeidbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Warum habt ihr euch f\u00fcr &#8220;The Aftermath&#8221; entschieden? Was bedeutet das?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Aftermath ist ein sehr sch\u00f6nes Wort aus phonetischer Sicht, wei\u00dft du. Zuallererst steht das Wort &#8220;Aftermath&#8221; f\u00fcr &#8220;Konsequenzen&#8221;. Wir wurden in Grosny geboren und wuchsen dort auf, wir haben unsere Heimat verlassen infolge des Kriegs. Wir denken, dass unsere Musik geboren wurde als Antwort auf die Erfahrungen, die wir gemacht hatten und aus diesem Grund haben wir beschlossen, uns &#8220;Aftermath&#8221; zu nennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Taita, soweit wir wissen, bist du promovierte Mathematikerin und deine Schwester Fatima hat den Bachelor-Abschluss im Fach Linguistik. Ist Musik ein Hobby, ein Parttime-Job oder ein Beruf f\u00fcr euch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Nat\u00fcrlich ist die Musik nicht nur ein Hobby, aber es ist auch schwer, ausreichend Geld nur mit der Musik zu verdienen. Insbesondere in Russland. Deshalb ist es ein Parttime-Job. Um ehrlich zu sein kann ich es auch nicht einen Job nennen. Da wir die Musik \u00fcber alles lieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Warum habt ihr euch entschieden, englische Texte zu schreiben und zu singen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Ich w\u00fcrde sagen, weil wir die englische Sprache seit unserer fr\u00fchen Kindheit lieben. Unserer Meinung nach sind die Musik und die Sprache eng miteinander verbunden und das bedeutet, dass die Wurzeln unserer Musik (Blues, Jazz, Folk, Rock) Englisch und Amerikanisch sind. Generell haben wir jedoch nie dar\u00fcber nachgedacht, es kam einfach so.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Wie f\u00fchlt es sich an, in Englisch zu singen, in einem russischsprachigen Land?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Wir denken nicht \u00fcber die Sprache nach, wenn wir singen. Denn die Musik ist selbst schon eine Sprache. Gegenw\u00e4rtig ist es sehr hart, in Russland Musiker, K\u00fcnstler, Sch\u00f6pfer jeglicher Arten von Kunst zu sein, auch wenn man es in Russisch macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Euer erstes Album &#8220;I follow song&#8221; wurde 2006 ver\u00f6ffentlicht, das Zweite &#8220;Charming October&#8221; jedoch erst in 2012, warum hat es so lange gedauert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Das wei\u00df ich wirklich nicht. Ich denke aber, weil wir eben Perfektionisten sind. Wir h\u00e4tten es viel fr\u00fcher schaffen k\u00f6nnen, wir hatten ausreichend Songs und sie waren aufnahmebereit. Wir haben sie 2008 zum ersten Mal aufgenommen, aber waren mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Jetzt haben wir neue Songs geschrieben und sind fast soweit, ein drittes Album zu ver\u00f6ffentlichen. Ich vermute, dass wir dieses Mal nicht \u201cauf Zeit\u201d spielen werden und es n\u00e4chstes Jahr bereits herausbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Auf eurem letzten Album befindet sich ein Song mit dem Namen &#8220;Some time ago&#8221; und zum ersten Mal spielt ihr auf der Dechig-Pandur (<em>Anmerkung der Redaktion: ein tschetschenisches Saiteninstrument<\/em>), d\u00fcrfen wir mehr traditionelle Musik erwarten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Wir haben diesen Song im Nordkaukasus geschrieben, in der N\u00e4he unserer Berge. Wir h\u00f6rten etwas Tradition darin und beschlossen deshalb, unser traditionelles Volksmusikinstrument Dechig-Pandur einzusetzen. Isa Mezhidov (der die traditionelle Musik hervorragend auf der Dechig-Pandur spielen kann, aber nie f\u00fcr diese Musikrichtung) hat diesen Song gespielt. Ich erinnere mich, wie ich versuchte ihm zu erkl\u00e4ren, welche Akkorde ich auf der Gitarre verwende und er versuchte, es auf dem Instrument nachzuspielen. Letztendlich hat uns gefallen, was wir geschaffen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Werdet ihr auch traditionelle Tschetscheno-Inguschische Songs covern?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Wir lieben unsere traditionelle Musik sehr und es ist durchaus m\u00f6glich, dass wir einige Cover aufnehmen. Beispielsweise k\u00f6nnen wir einen Song covern, welches unsere Oma geschrieben hatte. Sie hat in ihrer Jugend komponiert und sie war eine wundervolle Harmonikaspielerin. Einige ihrer Lieder sind heute sehr bekannte Volkslieder, aber unsere \u00c4lteren erinnern sich noch, dass sie diese Lieder komponiert hatte. Es ist wirklich erfreulich, das zu wissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marsho: Vielen Dank f\u00fcr eure Zeit. Wir w\u00fcnschen euch viel Erfolg und viele Fans.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>The Aftermath:<\/strong> Wir danken f\u00fcr das Interview.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>*Ihr k\u00f6nnt &#8220;The Aftermath&#8221; auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/AftermathFatimaTaita\" target=\"_blank\">Facebook<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/user\/Aftermathbandmusic\" target=\"_blank\">Youtube<\/a> folgen und\/oder ihre Songs von den AppStores downloaden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>**Das Interview wurde erstmalig in der September-Ausgabe von &#8220;<a href=\"http:\/\/marshodergisi.blogspot.fr\/2013\/09\/eylul-2013-saymz-yaynland.html\" target=\"_blank\">Marsho<\/a>&#8221; im Jahre 2013 ver\u00f6ffentlicht, von Waynakh Online \u00fcbersetzt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Marsho&#8220;, eine monatlich erscheinende tschetschenische Zeitschrift in t\u00fcrkischer Sprache, hat ein besonderes Interview mit den Bandmitgliedern von &#8220;The Aftermath&#8221; gef\u00fchrt, welche 2004 durch zwei inguschische Schwestern in Moskau gegr\u00fcndet wurde. 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