{"id":624,"date":"2014-03-06T12:56:40","date_gmt":"2014-03-06T09:56:40","guid":{"rendered":"http:\/\/waynakh.com\/de\/?p=624"},"modified":"2014-03-06T12:56:40","modified_gmt":"2014-03-06T09:56:40","slug":"erzahlungen-aus-tschetschenien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/waynakh.com\/de\/2014\/03\/06\/erzahlungen-aus-tschetschenien\/","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlungen aus Tschetschenien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erz\u00e4hlungen aus Tschetschenien. Schreiben im Krieg &#8211; Schreiben \u00fcber den Krieg<\/strong><br \/>\n<strong>Autor:<\/strong> Musa Achmadow<br \/>\n<strong>Verlag:<\/strong> Kitab Verlag; Auflage: 1. Aufl. (8. November 2006)<br \/>\n<strong>ISBN-10:<\/strong> 3902005912<br \/>\n<strong>ISBN-13:<\/strong> 978-3902005915<br \/>\n331 Seiten<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erz\u00e4hlungen der zeitgen\u00f6ssischen tschetschenischen Autoren spiegeln erlebte und erlittene Zeitgeschichte. Immer wiederkehrendes Motiv ist der Krieg: der Vaterl\u00e4ndische Krieg von 1941-1945, in dessen Verlauf die Tsche-tschenen 1944 auf Stalins Befehl kollektiv nach Kasachstan deportiert wurden, vor allem aber die Kriege von heute, der erste (1994-1996) und der zweite, seit 1999 andauernde Tschetschenien-Krieg, gekennzeichnet durch Gewalttaten, Sittenzerfall, schmutzige Gesch\u00e4fte und die drohende Vernichtung eines Volkes. Sultan Jaschurkaews Erz\u00e4hlungen Sina und Die Kartoffeln sind in die Zeit der Deportation und des Exils in Kasachstan verlegt &#8211; dar\u00fcber zu schreiben war bis zur Perestroika verboten. Raffung verschiedener Zeitebenen und asso-ziative \u00dcberblendungen werden h\u00e4ufig verwendet, um historische Bez\u00fcge sichtbar zu machen. Deutlich zu erkennen ist dies in der Erz\u00e4hlung Und die Kerze brannte im Wind von Musa Achmadow und in Maschar A\u00efdamirowas Erz\u00e4hlung Die versp\u00e4tete Kugel, die beschreibt, wie ein tschetschenischer Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg schliesslich von russischen S\u00f6ldnern gnadenlos als Bandit umgebracht wird. Dschambulat Idiews Der Heiratsantrag nimmt das kaukasische M\u00e4rchenmotiv vom Menschen fressenden Drachen auf. Die Erz\u00e4h-lung zeigt den Widerstand einer traditionsbewussten Gesellschaft gegen ihre eigenen Vertreter, die, um selbst zu \u00fcberleben, mit den Besatzern kollaborieren. Idiew thematisiert auch den aufkeimenden Islamismus, in welchem ein Teil der j\u00fcngeren Generation die einzige Perspektive sieht. Die Autoren prangern die herrschende Moral- und Rechtlosigkeit ebenso an wie die speziell die Zivilbev\u00f6lkerung aufs h\u00e4rteste treffenden Repressionen, insbesondere die ber\u00fcchtigten S\u00e4uberungen (Maschar Aidamirowa: Die Sat-schistka, Musa Beksultanow: Die Spur der Spinne im Sand). Das Spektrum der Themenkreise reicht vom kollektiven Leiden, das die Beziehung zu den Russen und zu Russland in Frage stellt, bis zu inti.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pressestimmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tschetschenische und russische Autoren berichten erstmals in deutscher Sprache \u00fcber den verdr\u00e4ngten Konflikt Tschetschenien ist seit 12 Jahren wieder Kriegsschauplatz. Jetzt wenden sich tschetschenische und russische Autoren an die \u00d6ffentlichkeit &#8230; In der Anthologie &#8230; kommen erstmals in deutscher Sprache Stimmen zu Wort, welche die vielen Formen der Gewalt schildern, deren Opfer sie selber sind: S\u00e4uberungen durch Soldaten und S\u00f6ldner, Belagerung ganzer D\u00f6rfer, Verhaftung von M\u00e4nnern von 12 bis 60, Vergewaltigungen, Pl\u00fcnderungen. Besonders eindr\u00fccklich sind die Texte, die aufzeigen, wie komplex der Konflikt geworden ist. Im Heiratsantrag des Drachen berichtet Dschambulat Idiew \u00fcber den Widerstand einer traditionsbewussten Gesellschaft ge-gen ihre eigenen Vertreter, die, um selbst zu \u00fcberleben, mit den Besatzern kollaborieren. Auch der aufkeimende Islamismus wird thematisiert, der f\u00fcr die im Krieg aufgewachsene Jugend oft die einzige Hoffnung darstellt. Dass neben den tschetsche-nischen Autoren auch zwei russische Stimmen zu Wort kommen, gibt der Anthologie eine besondere Spannung. Der Traum des Soldaten &#8230;von Arkadi Babtschenko &#8230;spricht f\u00fcr die Hunderttausenden von Russen, die seit 1994 durch die H\u00f6lle von Tschetschenien gegangen sind. &#8230;Der Russe Wladimir Kiwerezki &#8230;f\u00fchrte al Biologe in der Umgebung von Tschernobyl Recherchen durch,&#8230;setzt sich f\u00fcr Menschenrechte und gegen den Krieg ein. Kiwerezkis Text Es waren einmal Leute erz\u00e4hlt von einem Veteranen, der in Tschetschenien beide Beine verloren hat. &#8230; Auch die Auto-ren der Anthologie setzen ein mutiges Zeichen. Sie zeigen, dass zwischen Tschetschenen und Russen kein un\u00fcberwindlicher Graben besteht. Das Buch \u00f6ffnet ihnen einen Weg aus dem schatten eines Konflikts, der vor dem Hintergrund des so ge-nannten Krieges gegen den internationalen Terrorismus oft verdr\u00e4ngt wird. Roman Berger in: Tages-Anzeiger Z\u00fcrich, 7.11.2006, 49 (Tages-Anzeiger Z\u00fcrich)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erz\u00e4hlungen aus Tschetschenien. Schreiben im Krieg &#8211; Schreiben \u00fcber den Krieg<br \/>\nAutor: Musa Achmadow<br \/>\nVerlag: Kitab Verlag; Auflage: 1. Aufl. (8. 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