{"id":591,"date":"2014-03-04T20:25:30","date_gmt":"2014-03-04T17:25:30","guid":{"rendered":"http:\/\/waynakh.com\/de\/?p=591"},"modified":"2014-03-04T20:25:30","modified_gmt":"2014-03-04T17:25:30","slug":"der-abreke-hasucha-1905-1976","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/waynakh.com\/de\/2014\/03\/04\/der-abreke-hasucha-1905-1976\/","title":{"rendered":"Der Abreke Hasucha (1905 \u2013 1976)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der letzte Abreke Tschetscheniens, Hasucha Magomadov, wurde 1905 in dem kleinen Bergdorf Gatin-Kali im Gebiet von Schatoi geboren. Als der Vater starb, lag die Verantwortung der Familie auf dem 18-j\u00e4hrigen Hasucha. Hasucha war begabt und wurde vom Mullah unterrichtet, lernte arabisch und las den Koran.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1930 nahm der stalinsche Terror zu. Das NKWD machte Jagd auf alle Vertreter der Religion und alle Gebildeten. Hasuchas Lehrer und die, mit denen er gelernt hatte, wurden verhaftet. Die bekannten tschetschenischen Dichter und Schriftsteller S. Raduev, A. Dudaev, Ch. Aisachanov und M. Schadiev waren erschossen worden, Ch. Oschaev und A. Mamakaev lebten in der Verbannung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Sommer 1939 war bei einem Unfall ein Mann von der Hand Hasuchas get\u00f6tet worden. Obwohl das Schariat die Unschuld Hasuchas feststellte und die Familie des Get\u00f6teten ihm verzieh, nutzte das NKWD den Anlass und verurteilte ihn zu Gef\u00e4ngnishaft.<br \/>\nDie Erniedrigungen der Haft waren unertr\u00e4glich f\u00fcr Hasucha. Er fragte den Aufseher: \u201eIst es m\u00f6glich zu fliehen?\u201c \u2013 der Aufseher antwortete: \u201eDas ist nur einem bisher gelungen, dem Abreken Selimkhan.\u201c \u2013\u201eDann werde ich der Zweite sein!\u201c Hasucha entfloh und schwor, lieber zu sterben, als sich noch einmal fassen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hasucha ging in die Berge zu den Juristen Khasan Israilov und Meirbek Scheripov, die einen Aufstand organisierten. Doch der Aufstand wurde niedergeschlagen, Israilov und Scheripov get\u00f6tet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hasucha stellte den Soldaten der Geheimpolizei eine Falle und t\u00f6tete mehr als 20 von ihnen. Hasucha war Zeuge der Deportation 1944. Er ging durch die menschenleeren D\u00f6rfer und war der erste, der Chaibach sah, wo mehr als 700 Einwohner in einem Pferdestall verbrannt worden waren. Hasucha, erf\u00fcllt von Trauer und Wut, begann sich zu r\u00e4chen. Er t\u00f6tetedie kommunistischen Kreisvorsitzenden, die Offiziere und alle, die ihm nachstellten. Einmal \u00fcbernachtete er bei einem Bauern, der ihm seine Kleider und Waffen stahl. Als Hasucha erwachte, war es zu sp\u00e4t. Das Haus war umstellt, angef\u00fchrt von dem verhassten Oberstleutnant Salko. Hasucha fand ein Messer und wartete. Eine brennende Papacha flog durch Fenster, ihr folgte der Oberstleutnant. Hasucha erstach ihn, zog blitzschnell den Uniformmantel an, setzte die M\u00fctze mit den blauen Litzen auf. Ehe die Tschekisten den Irrtum erkannten, sprang Hasucha \u00fcber den Zaun und st\u00fcrzte sich den steilen Felsabhang hinab\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das KGB verbreitete die L\u00fcge, Hasucha habe zwei seiner Kameraden erschossen und in eine H\u00f6hle geworfen \u2013 so stand es in der Zeitung. In Wahrheit war einer der Abreken 1944 seinen Verwandten in die Verbannung gefolgt und mit dem Auftrag zur\u00fcckgekehrt, Hasucha zu t\u00f6ten. Doch Hasucha sp\u00fcrte die Gefahr, kroch unbemerkt aus seiner Burka (Filzumhang) und wartete. Pl\u00f6tzlich stand der vermeintliche Freund auf und schoss je zwei Kugeln in Hasuchas Burka und in den Dritten. Als er seinen Irrtum<br \/>\nbemerkte, war es zu sp\u00e4t. Hasucha schoss ihn zuerst in die Hand, und nachdem er zugegeben hatte, im Auftrag des KGB zu handeln, ins Herz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 28. M\u00e4rz 1976 wurde Hasucha, 71 j\u00e4hrig und nach einem harten Winter m\u00fcde des Wolfslebens, gefasst. Ein Mitarbeiter der Miliz leerte das Magazin seiner MPi auf ihn. Bis zum Abend des n\u00e4chsten Tages wagte keiner, an Hasucha heranzutreten, so gro\u00df war die Angst vor dem toten Abreken, der nur noch 36 Kilogramm wog&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der letzte Abreke Tschetscheniens, Hasucha Magomadov, wurde 1905 in dem kleinen Bergdorf Gatin-Kali im Gebiet von Schatoi geboren. 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