{"id":587,"date":"2014-03-04T20:06:27","date_gmt":"2014-03-04T17:06:27","guid":{"rendered":"http:\/\/waynakh.com\/de\/?p=587"},"modified":"2014-03-04T20:06:46","modified_gmt":"2014-03-04T17:06:46","slug":"der-abreke-selimkhan-1872-1913","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/waynakh.com\/de\/2014\/03\/04\/der-abreke-selimkhan-1872-1913\/","title":{"rendered":"Der Abreke Selimkhan (1872\u20131913)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Als sich nach der Februarrevolution 1905 in Russland die zaristische Polizei bem\u00fchte, mit grausamen Repressionen die Keime revolution\u00e4rer Umtriebe zu ersticken, war das auch in Tschetschenien zu sp\u00fcren. Am 10. Oktober 1905 schoss die zaristische Polizei bei einem Streik in der Industriestation Grosny in die Menge, 17 Personen wurden get\u00f6tet. Eine Woche sp\u00e4ter stoppte der Abreke Selimkhan beim Bahnhof Kadi-Jurt den Personenzug und lie\u00df ebenso viele M\u00e4nner erschie\u00dfen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selimkhan Gushmasukaev wurde 1872 in Kharatshoi bei Wedeno geboren. Nach einem Streit um die Braut seines Bruders, bei der ein Verwandter get\u00f6tet wurde, musste Selimkhan nach dem Gesetz der Blutrache einen Mann der verfeindeten Familie t\u00f6ten. Obwohl der Frieden zwischen den Familien wiederhergestellt war und es keinerlei Beweise gab, wurde Selimkhan, sein Vater und seine beiden Br\u00fcder von der russischen Administration verurteilt. Selimkhan floh aus dem Gef\u00e4ngnis. Ein Bruder starb w\u00e4hrend der Haft. Der zweite wurde nach seiner R\u00fcckkehr aus der Verbannung erneut zu Unrecht verurteilt und ging in die Berge. Weitere Verwandte und Dorfbewohner wurden unrechtm\u00e4\u00dfig in die Verbannung geschickt. 1906 t\u00f6tete Selimkhan daraufhin den verantwortlichen Beamten des Kreises Wedeno, Oberstleutnant Dobrowolskij und 1908 Oberst Galaev, der als Kreischef mehr als 500 unschuldige Tschetschenen in die n\u00f6rdliche Regionen Russlands verbannt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ihm ein friedliches Leben nicht m\u00f6glich war, wurde Selimkhan zu einem Abreken (Einzelwiderstandsk\u00e4mpfer) und verbreitete als eine Art Robin Hood Schrecken unter den selbstherrlichen russischen Statthaltern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1909 setzt die zaristische Macht einen Preis von 5.000 Rubel auf seinen Kopf. Doch alle Bem\u00fchungen, ihn zu ergreifen, waren vergeblich. Selimkhan \u00fcberfiel im Januar 1910 den Bahnhof von Grosny und erbeutete 18.000 Rubel. Als Antwort auf den Pogrom in Gudermes k\u00fcndigte er dem Ataman (Kosakenf\u00fchrer) Verbizkij an, dass er am 9. April, 12 Uhr die Bank in Kisljar \u00fcberfallen wird. Er \u00fcberfiel p\u00fcnktlich die Bank und ganz Tschetschenien lachte \u00fcber die Unf\u00e4higkeit der zaristischen Polizei. Selimkahn verteilte das erbeutete Geld an Hilfsbed\u00fcrftige und Notleidende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im September 1910 begann der f\u00fchrende Beamte des Gebietes Nasran, F\u00fcrst Andronnikov, mit einer starken Abteilung eine Strafoperation, um Selimkhan zu fassen. Selimkhan lockte die Truppen an einer Br\u00fccke in einen Hinterhalt und t\u00f6tete pers\u00f6nlich den F\u00fcrsten Andronnikov, den Oberleutnant Afanasjev und verwundete den dagestanischen Stabsrittmeister Dajaguev.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selimkhan war bereits zu Lebzeiten eine Legende, an der sich gelegentlich andere bedienten. So soll einer dieser falschen Selimkhans einem Bauern mit den Worten \u201eIch bin Selimkhan!\u201c den Stier ausgespannt und weggenommen haben. Zuf\u00e4llig kam der richtige Selimkhan, so die Legende, holte den Stier zur\u00fcck und \u00fcberreichte ihn zusammen mit einem abgeschnittenen Ohr dem Bauern: \u201eDer dir den Stier wegnahm, ist der Selimkhan mit nur einem Ohr, ich bin der richtige Selimkhan mit, wie du siehst, beiden Ohren!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selimkhan durchbrach mehrfach die Umzinglungen starker Milit\u00e4reinheiten. Als er sich durch den R\u00fcckenschuss eines Verr\u00e4ters schwer verwundet in einem Haus bei Schali versteckt hielt, wurde er am 27. September 1913 umstellt und nach langem Kampf get\u00f6tet. Stolz lie\u00dfen sich seine F\u00e4nger mit ihm fotografieren. Der Bev\u00f6lkerung von Grosny und Wedeno wurden 100.000 Rubel als Wiedergutmachung f\u00fcr die durch Selimkhan und seine Mitk\u00e4mpfer verursachten Sch\u00e4den auferlegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als sich nach der Februarrevolution 1905 in Russland die zaristische Polizei bem\u00fchte, mit grausamen Repressionen die Keime revolution\u00e4rer Umtriebe zu ersticken, war das auch in Tschetschenien zu sp\u00fcren. Am 10. 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