{"id":81,"date":"2013-10-07T11:31:27","date_gmt":"2013-10-07T08:31:27","guid":{"rendered":"http:\/\/waynakh.com\/de\/?page_id=81"},"modified":"2013-10-07T11:31:52","modified_gmt":"2013-10-07T08:31:52","slug":"wer-sind-die-tschetschenen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/waynakh.com\/de\/tschetschenen\/wer-sind-die-tschetschenen\/","title":{"rendered":"Wer sind die Tschetschenen?"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Wer sind die Tschetschenen?<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">\u201cDie Tschetschenen brauchen ihre Freiheit, ohne sie w\u00fcrden sie ihre menschliche W\u00fcrde verlieren und w\u00e4ren keine Tschetschenen mehr\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Dolkhan Khojaev<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.waynakh.com\/eng\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/111-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" \/>Die Tschetschenen sind die Ureinwohner des zentralen Nordost-Kaukasus. Sie bezeichnen sich selbst als \u201cNochtschi\u201d (die Enkels\u00f6hne des Propheten Noah). Es gibt fr\u00fchgeschichtliche Hinweise auf Tschetschenen in Quellen des antiken Griechenland, Armenien und Georgien, wo sie unterschiedentlich als Dzurdzuki, Michkizi, Burteli, Shishan, Nakhchmaty, Shibutyani, Aukhs und Kistis bezeichnet werden. Der Name Tschetschenien (oder Tschetschenya) wurde im 18. Jahrhundert vom Namen des Dorfes \u201cTschetschana (Tschetschan-Aul)\u201d abgeleitet, welches 15 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich von Grosny liegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir den Tyaptari Glauben schenken k\u00f6nnen, standen die alten tschetschenischen Chroniken auf Pergamentrollen geschrieben, die 1944 auf Stalins Gehei\u00df verbrannt wurden. Demnach kamen die nachischen Stammesverb\u00e4nde aus Sumer via Urartu\/Media. Im ersten Jahrhundert n. Chr. lie\u00dfen sich zwischen den Fl\u00fcssen Terek, Aksai und Argun die Lamanan-Nachen (Berg-Klans) und zwischen den Fl\u00fcssen Terek und Sunscha die Okharan-Nachen (Klans aus den T\u00e4lern) nieder. Im 8. Jahrhundert v. Chr. verschmolzen die Klans aus den T\u00e4lern mit den Skythen\/Sarmaten, die Iranisch sprachen, und wurden zu Alanen &#8211; Vorfahren der heutigen Osseten. Die Berg-Klans gr\u00fcndeten eine Gemeinschaft von Klans, die sich Dzurdzuketia nannten. Sie \u00fcberlebten das fr\u00fche Mittelalter trotz der Angriffe von Khasaren, Hunnen, Araber, Perser, Mongolen und anderen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Tamerlan im 14. Jahrhundert den Kaukasus erreichte, m\u00fcssen die Tschetschenen so leidenschaftlich gek\u00e4mpft haben, dass Tamerlan sich bem\u00fchte, sie als seine Verb\u00fcndeten zu gewinnen und ihnen ein sch\u00f6nes Schwert pr\u00e4sentierte. Der Sage zufolge fragte Tamerlan seinen Kommandeur: \u201cIst es wahr, dass ihr die Tschetschenen bezwungen habt, so dass ihre Witwen weinen und klagen\u201d \u2013 \u201cNein, mein Herr\u201d musste der Offizier zugeben. \u201cSie spielen Panduri und tanzen!\u201d \u2013 \u201cDann habt ihr sie nicht besiegt!\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Woher haben die Tschetschenen diese Kraft, sich derma\u00dfen zu widersetzen? Sie hat ihre Wurzeln in der sozialen Organisation der Nochtschitscha, bzw. der Klan-Gemeinschaften, und der pers\u00f6nlichen Freiheit jedes Tschetschenen. Das Vaterland der Tschetschenen war das einzige Gebiet im Kaukasus, wo feudale Strukturen sich nie durchsetzten. Sie kannten weder Prinzen noch K\u00f6nige, weder Steuern noch Staatsgewalt. Sie waren freie Landwirte, die auf ihren eigenen L\u00e4ndereien arbeiteten und deren einzige Verpflichtung ihre Ehre und die ihrer Familie und ihres Klans waren. Jeder Klan lebte in einer bestimmten Region, hatte seinen eigenen heiligen Berg und hatte seine eigenen T\u00fcrme zur Verteidigung und f\u00fcr Siedlungszwecke. Auf jeder Ebene \u2013 Gro\u00dffamilie (dosal), Klan (Taip), Stammesverband (Tukhum) und Land (Mochk) \u2013 gab es ein Gremium der Stammes\u00e4ltesten, um soziale und politische Angelegenheiten zu kl\u00e4ren (wobei das Ansehen ein entscheidender Faktor war bei der Wahl von Mitgliedern, vielmehr als das Alter). Das System basierte auf dem Gewohnheitsrecht, dem \u201cadat\u201d, welches im ganzen Kaukasus Anwendung fand. Es verlangte Respekt f\u00fcr die \u00c4lteren, Frauen und Kinder, Gastfreundschaft und soziale Gerechtigkeit. Es schrieb ebenfalls vor, dass die Natur gesch\u00fctzt wird, die Tiere nicht beim Grasen gejagt werden und die Entscheidung der Gemeinde erforderlich war, um einen fr\u00fcchtetragenden Baum zu f\u00e4llen. Es bildete zudem die Grundlage f\u00fcr die Rechtsprechung, Blutfehden und alle sozialen Belange. Die gr\u00f6\u00dfte Tugend war die Verteidigung der eigenen Familie, die Grabsteine der Toten, das Land und die Freiheit. Das Reiten und der Einsatz von Waffen wurden bereits in der Kindheit gelehrt. Alle tschetschenischen Gr\u00fc\u00dfe beinhalten das Wort \u201cFreiheit\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor der Okkupation durch die russische Armee war Tschetschenien eine moderne Gesellschaft mit unabh\u00e4ngig gesinnten Frauen, die an Universit\u00e4ten studierten und ihre eigenen Karrieren verfolgten. Insbesondere die Frauen widersetzen sich mittelalterlichen Interpretationen des Islam, welche sie dazu zwangen, gelbe Kopft\u00fccher zu tragen und sie auf ihre Rolle als Mutter und Hausfrau einschr\u00e4nkten. Die Aktivit\u00e4ten f\u00fcr einen demokratischen Staat nach westlichem Standard wurden haupts\u00e4chlich von Frauen angetrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sind die Tschetschenen?<\/p>\n<p>\u201cDie Tschetschenen brauchen ihre Freiheit, ohne sie w\u00fcrden sie ihre menschliche W\u00fcrde verlieren und w\u00e4ren keine Tschetschenen mehr\u201d.<br \/>\nDolkhan Khojaev<br \/>\nDie Tschetschenen sind die Ureinwohner des zentralen Nordost-Kaukasus. 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