{"id":564,"date":"2014-03-04T19:19:43","date_gmt":"2014-03-04T16:19:43","guid":{"rendered":"http:\/\/waynakh.com\/de\/?page_id=564"},"modified":"2014-03-04T19:19:43","modified_gmt":"2014-03-04T16:19:43","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/waynakh.com\/de\/tschetschenien\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Fr\u00fcheren Geschichte<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Antike und im fr\u00fchen Mittelalter wurde das Siedlungsgebiet der Wainachen zum Ber\u00fchrungspunkt verschiedener expandierender Reiche: In den H\u00f6henlagen bestand das K\u00f6nigreich Serir, in der n\u00f6rdlichen Ebene herrschten die Alanen, denen es vor\u00fcbergehend gelang, die Wainachen zu unterwerfen. Dabei wurden die Alanen f\u00fcr einige Jahrhunderte sesshaft und \u00fcbernahmen Elemente der wainachischen Kultur. Dar\u00fcber hinaus wurden die R\u00f6mer in der Region aktiv, sp\u00e4ter das sassanidische Persien die arabischen Kalifate, die Chasaren sowie verschiedene Nomadenst\u00e4mme. Im Lauf der Jahrhunderte ver\u00e4nderte sich das wainachische Siedlungsgebiet entsprechend der Bedrohungslage: In friedlichen Zeiten expandierten die Wainachen in die Ebene im Norden des Kaukasus, wenn Krieg war, zogen sich die Menschen in befestigte Siedlungen in den Bergen zur\u00fcck. Sie besetzten damit eine wichtige strategische Position, da mehrere Handelswege durch den Kaukasus f\u00fchrten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beginnend ab dem 10. Jahrhundert wurden die Wainachen von Georgien aus christianisiert. In dieser Zeit entstanden neben Kirchen auch zahlreiche Wohn- und Verteidigungst\u00fcrme. Die Christianisierung fand im 13. Jahrhundert ihren Abschluss. Kurz darauf \u00fcberrannten die Mongolen den Kaukasus, was die Wainachen zwang, sich wieder in die Berge zur\u00fcckzuziehen. Nach dem Zerfall des Timuridenreiches expandierten die Wainachen wieder in die Ebenen. Etwa zu dieser Zeit spalteten sie sich vermutlich in Tschetschenen und Inguschen auf. Die Tschetschenen entwickelten eine Stammesgesellschaft mit starken Tendenzen zur Aufsplitterung. Die Bildung eines gemeinsamen Staates gelang nie. Erst im 16. Jahrhundert war die Islamisierung abgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Widerstand der Tschetschenen gegen die Russische Eroberung (17.\/18. Jh)<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als sich Russland anschickte, nach westlichem Vorbild ein koloniales Imperium zu werden, brauchte es die zu erobernden L\u00e4nder nicht in \u00dcbersee zu suchen. Sie lagen an seinen n\u00f6rdlichen, \u00f6stlichen und s\u00fcdlichen R\u00e4ndern. Besonders der legend\u00e4re Kaukasus r\u00fcckte mehr und mehr ins Blickfeld, in Konkurrenz mit dem Osmanischen Reich und Persien. Den heftigsten Widerstand gegen die russische Eroberung leisteten die Tschetschenen, die in stammesdemokratischen Verh\u00e4ltnissen lebten, in denen der Verlust der Freiheit den Verlust ihrer W\u00fcrde bedeutete. Expeditionen gegen die Tschetschenen und Kum\u00fccken unternahm Russland bereits im 16. Jh. unter Iwan dem Schrecklichen. Nach der Errichtung der Festung Terki 1567 entstanden auf der linken Seite des Terek die ersten Siedlungen russischer Kolonisten, wie Tschervlonnaja und andere. Doch die russischen Kriegsz\u00fcge, wie 1604 und 1615, wurden zur\u00fcckgeschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1707 brachen die zaristischen Truppen unter F\u00fchrung des Astrachaner Wojewoden Pjotr Apraxin (gew\u00e4hlter F\u00fcrst) erneut in den Kaukasus auf. Sie erlitten bei dem Dorf Tschetschen eine verlustreiche Niederlage. Daraufhin wurden die Kalm\u00fccken mit der Verfolgung der Tschetschenen beauftragt. Unter ihrem Khan Ajuka wurden 1711 die Tschetschenen vom n\u00f6rdlichen Ufer des Terek vertrieben, ihre D\u00f6rfer abgebrannt und Kosaken angesiedelt. In der Folge waren es vor allem Kosaken, die gegen die Tschetschenen eingesetzt wurden und daf\u00fcr tschetschenisches Land erhielten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Peter I. mit 160.000 Mann gegen Persien zog und auf dem Wege dahin Tschetschenien und Dagestan erobern wollte, war der Widerstand der Tschetschenen und der dagestanischen F\u00fcrsten von Enderi so gro\u00df, dass Peter eine Truppe von 6.000 Mann und 400 Kosaken zur Eroberung des Dorfes entsandte. Sie erlitten gro\u00dfe Verluste. Peter schickte als Strafaktion 10.000 Kalm\u00fccken, die mordeten und brannten, aber dennoch von den Tschetschenen geschlagen wurden. Peters Kommentar: Wenn dieses Volk etwas von Kriegskunst verst\u00fcnde, w\u00e4re kein anderes in der Lage es anzugreifen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Pugatschov-Aufstand (1773-75) und der Eroberung der Krim (1768-74) wurde die Kaukasische Linie in Form von Festungsanlagen von Mosdok bis Asov errichtet. 1784 erfolgte die Grundsteinlegung von Wladikavkas (Beherrsche den Kaukasus!).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zarin Katharina II. gr\u00fcndete 1785 das Kaukasische Gouvernement mit den Gebieten Kaukasus und Astrachan. Statthalter wurde F\u00fcrst Grigorij Potjomkin. Unter Scheich Mansur Uschurma k\u00e4mpften die Tschetschenen erbittert gegen die zaristischen Expeditionen ins Innere ihres Landes. Feldz\u00fcge unter Oberst De Pieri (1785) und Potemkin (1787) endeten mit russischen Niederlagen. Erst dem neuen Befehlshaber im Kaukasus, General Tekkeli, gelang es im Oktober 1787 mit 12.000 Mann den Widerstand zu brechen. Viele D\u00f6rfer wurden verheert, Scheich Mansur floh in die T\u00fcrkische Festung Sudshuk-Kale (Novorossijsk). Obwohl es Scheich Mansur, dem vielleicht ersten Prediger des asketischen Islam, des Suffismus, gelang, die V\u00f6lker im religi\u00f6sen Krieg gegen die Ungl\u00e4ubigen, dem Gasawath, zusammenzuf\u00fchren, war es ein Kampf zwischen David und Goliath. 1791 eroberte General Gudowitsch die t\u00fcrkische Festung Anapa, Scheich Mansur wurde gefangengenommen und starb 1794 in der Schl\u00fcsselburg von St. Petersburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch der erste gemeinsame Kampf der nordkaukasischer V\u00f6lker dr\u00e4ngte die zaristischen Eroberer an die Kaukasische Linie zur\u00fcck bis nach Mosdok. Ihre Garnisionen, wie Waldikavkas, Potomkinskoe u.a. gingen in Flammen auf. Scheich Mansur wurde zur Legende des antikolonialen Widerstands.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Widerstand der Tschetschenen gegen die russische Eroberung (19. Jh.)<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>\u201eDer kleinste Ungehorsam \u2013 und eure Aule werden zerst\u00f6rt, die Familien in die Berge verkauft, die Geiseln aufgeh\u00e4ngt, die D\u00f6rfer dem Feuer \u00fcbergeben, Frauen und Kinder hingemetzelt!\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eIch habe keine Ruhe, solange noch ein einziger Tschetschene am Leben ist!\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eIch will, dass der Schrecken meines Namens unsere Grenzen wirkungsvoller bewacht als die Ketten von Festungen, dass mein Wort f\u00fcr die Eingeborenenzum Gesetz wird, absoluter als der Tod!\u201c<\/em><br \/>\n<strong>A. P. Jermolov<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Einverleibung Georgiens ins Russische Reich 1801 intensivierte sich der Bau der Georgischen Heerstra\u00dfe als wichtigste Verbindungslinie zwischen dem Mutterland Russland und der neuen Kolonie. Die dabei st\u00f6renden D\u00f6rfer wurden abgebrannt und umgesiedelt. Die russischen Kriege mit Persien, der T\u00fcrkei und der Vaterl\u00e4ndische Krieg gegen Napoleon verschafften den Tschetschenen Anfang des Jahrhunderts eine kurze Atempause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neues Unheil begann mit der Ernennung des Generals der Infanterie Aleksej Petrowitsch Jermolov zum Oberkommandierenden im Kaukasus. Mit dem Bau neuer Festungen sollten die Tschetschenen vertrieben und die Kaukasische Linie vom linken Ufer des Terek an den Fluss Sunscha verlegt werden. Es entstanden Nazran, Slobnij okop (W\u00fctender Graben), Vnesapnaja (Pl\u00f6tzlicher \u00dcberfall), und 1818 Grosnij (Die Schreckliche) u.a. F\u00fcr den Bau von Grosnij wurden die umliegenden acht D\u00f6rfer, unter ihnen Tschetschen und Sunsha, abgebrannt und dem Erdboden gleich gemacht. Die Bev\u00f6lkerung wurde zu den Bauarbeiten nach dem Prinzip der \u201eRing-Haft\u201c gezwungen \u2013 Rache an der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Schuld einzelner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 15. 09. 1819 fand in Dadi-Jurt eine der furchtbarsten zaristischen Strafaktionen statt. Das Dorf, eines der reichsten in Tschetschenien, wurde umstellt und beschossen. Die Bewohner, einschlie\u00dflich vieler junger M\u00e4dchen und Kinder, verteidigten das Dorf und warfen sich den Bajonetten entgegen. Alle M\u00e4nner kamen um. Von 140 jungen M\u00e4dchen, die in Gefangenschaft gerieten, st\u00fcrzten sich 46 von der hohen Br\u00fccke in den sch\u00e4umenden Terek und rissen ihre Bewacher mit. Das Massaker von Dadi-Jurt wurde zum Symbol der grausamen Epoche Jermolovs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein zaristischer Offizier, der General N.N. Rajevskij lehnte die Teilnahme an den Verbrechen Jermolovs ab und schrieb an den Kriegsminister: \u201eIch bin hier einzig und allein gegen die nutzlosen Kriegshandlungen im Kaukasus und sehe mich deshalb gezwungen, dieses Gebiet zu verlassen. Unser Vorgehen erinnert mich an die Katastrophe der Eroberung Amerikas durch die Spanier&#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Kampf gegen die russischen Eroberer beteiligten sich die Tschetschenen am Heiligen Krieg der aus Dagestan stammenden Religionsf\u00fchrer Mohammed aus Jaraglar und Ghasi Mullah, dem ersten Imam von Dagestan. Doch erst unter Schamil, der zum Imam von Dagestan und Tschetschenien gew\u00e4hlt wurde, gelang es, mit der Errichtung eines straff organisierten religi\u00f6sen Staatswesens von 1834 bis 1859 die V\u00f6lker des Nordkaukasus zu vereinen. Die russischen Besatzer wurden aus ihren Garnisonen in Tschetschenien und Dagestan vertrieben. 1845 bereiteten die Tschetschenen unter Beisungur Benoevskij der Armee Woronzovs eine furchtbare Niederlage. Doch ab 1847 h\u00e4uften sich Aufst\u00e4nde gegen das strenge Regime Schamils. Obwohl w\u00e4hrend des Krimkrieges 1853 bis 56 England, Frankreich und die T\u00fcrkei Kanonen und Gewehre lieferten, war das Imamat der neu herangef\u00fchrten Armee von 240.000 Mann nicht gewachsen. 1859 ergab sich Schamil und wurde nach Kaluga in S\u00fcdrussland verbannt. Der Fall Kbaadas, der letzten Bastion der Bergbewohner, gilt als Ende des russisch-kaukasischen Krieges. 750.000 Nordkaukasier wurden in das Osmanische Reich vertrieben, wo ihre Nachfahren bis heute als Minderheiten leben. In ihren D\u00f6rfern wurden vor allem Kosaken und Armenier angesiedelt. Obwohl die Aufst\u00e4nde nicht abrissen, ist Tschetschenien am Ende des 19. Jh. russische Kolonie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Widerstand der Tschetschenen gegen die russischen Eroberer (20. Jh.)<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die in Russland g\u00e4rende revolution\u00e4re Stimmung und die Revolution von 1905 reagierte der Zar mit polizeilicher H\u00e4rte, die auch im Kaukasus zu sp\u00fcren war. In Grosny wurden bei einem Streik 17 Personen get\u00f6tet, als die Polizei in die Menge schoss. Hunderte Unschuldige wurden verbannt. Der Abreke (Einzelwiderstandsk\u00e4mpfer) Selimkhan, r\u00e4chte sich daf\u00fcr an den russischen Statthaltern und hielt sie bis 1913 in Atem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1920 griff General Denikin anstelle von Moskau und Petersburg Tschetschenien an und verheerte unz\u00e4hlige D\u00f6rfer. Die Tschetschenen k\u00e4mpften gegen ihn unter Umar Khadshi und Aslambek Scheripov. Die angeblich zur Hilfe eilenden Bolschewiki unter Ordshonokidse besetzten das Land und t\u00f6teten alle tschetschenischen F\u00fchrer, unter ihnen Aslambek Scheripov, und gr\u00fcndeten die Sowjetrepublik der Bergv\u00f6lker. 1924 wurde sie aufgel\u00f6st und nach und nach die nordkaukasischen Sowjetrepubliken Karatschai-Tscherkessien, Kabardino-Balkarien, Ossetien, Tschetschenien usw. eingerichtet. Die Sowjetmacht reagierte, vor allem unter Berija, mit grausamen Repressionen gegen die nicht abrei\u00dfenden Aufst\u00e4nde der Tschetschenen. Bis Ende der 30-er Jahre w\u00fctete Stalin und vernichtete die tschetschenische Intelligenz. Zwei Schriftreformen, die Einf\u00fchrung des lateinischen Alphabets in den zwanziger und des kyrillischen in den vierziger Jahren, brachen das geistige R\u00fcckrat des Volkes. Sprache und Religion wurden massiv unterdr\u00fcckt. Obwohl viele Tschetschenen im Krieg gegen Deutschland die h\u00f6chsten Tapferkeitsorden verdienten, wurden am 23. Februar 1944, unter dem Vorwand der Kollaboration mit Hitlerdeutschland, 550.000 Tschetschenen nach Ostkasachstan und Sibirien deportiert. 60% des tschetschenischen Volkes kamen dabei um. Die uralten auf Pergamentrollen geschriebenen tschetschenischen Chroniken, die Tjaptare, sowie Tausende tschetschenische B\u00fccher, die Werke von Wissenschaftlern und Schriftstellern, wurden auf dem zentralen Platz von Grosny verbrannt. Nach der Geheimrede Chrustschows 1956 kehrten die Tschetschenen nach und nach zur\u00fcck, wobei ihnen die R\u00fcckkehr in ihre Bergd\u00f6rfer lange Zeit verboten war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Perestroikazeit entstanden \u00e4hnlich wie in Georgien und den baltischen Republiken Unabh\u00e4ngigkeitsbewegungen. 1990 und 1991 erkl\u00e4rte der tschetschenische Volkskongress die Unabh\u00e4ngigkeit Tschetscheniens. Das erste Lenin-Denkmal st\u00fcrzte in Tschetschenien, das erste KGB-Geb\u00e4ude wurde in Tschetschenien besetzt. Der Fliegergeneral Dshochar Dudaev, der sich in Estland weigerte, gegen Demonstranten vorzugehen, wurde 1991 der erste Pr\u00e4sident des freien Tschetschenien. Alle Versuche Russlands, ihn zu st\u00fcrzen und Marionettenregierungen einzusetzen, scheiterten. In zwei furchtbaren Kriegen 1994 bis 96 und seit 1999 wurde Tschetschenien vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Nach Sch\u00e4tzungen internationaler Menschenrechtsorganisationen starben 200.000 Zivilisten, ebenso viele wurden verwundet, wurden Kr\u00fcppel, Witwen, Waisen. Die Stadt Grosny mit 300.000 Einwohnern wurde vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Museen, Bibliotheken, drei Theater, wertvolle Kunstsammlungen, die Universit\u00e4t, das Erd\u00f6linstitut, \u2013 es wurde alles vernichtet. Das Elend Hundertausender Fl\u00fcchtlinge ist unbeschreiblich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht gab es zwischen den beiden Kriegen die Chance, mit einer Anerkennung und Unterst\u00fctzung des unter der \u00c4gide der O.S.Z.E gew\u00e4hlten und damals auch von Russland anerkannten Pr\u00e4sidenten Maschadov das Land zu befrieden und wieder auf zu bauen. Diese Chance haben die westlichen Regierungen nicht genutzt. Mit den Verbrechen des zweiten Krieges ist das Volk g\u00e4nzlich entwurzelt und seiner Lebensm\u00f6glichkeiten beraubt. Die t\u00e4glichen Verbrechen der marodierenden, raubenden, folternden, mordenden russischen Armee an der tschetschenischen Zivilbev\u00f6lkerung provozieren das Entstehen unberechenbarer<br \/>\nR\u00e4cherbanden, die mit islamistischer Unterst\u00fctzung bereit sind, sich als lebende Bomben ebenso gegen zivile Ziele einsetzen zu lassen. Der tschetschenische Pr\u00e4sident Abdul-Khalim Sadulaev verurteilte Terroranschl\u00e4ge gegen Frauen, Kinder und Zivilisten. Der jetzige\u00a0Ministerpr\u00e4sident Achmed Sakajew setzt den Widerstand gegen die russischen Besatzer fort. Russland kann diesen Krieg nicht gewinnen, der den gesamten Kaukasus in Brand setzen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Deportation der Inguschen und Tschetschenen am 23. Februar 1944<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Offizieller Grund f\u00fcr die Deportation der Karatschai, Inguschen, Tschetschenen und Balkaren war der Vorwurf, die Sowjetunion nicht ausreichend genug gegen die Hitlertruppen verteidigt oder sogar mit ihnen kollaboriert zu haben. Der tats\u00e4chliche Grund war die Existenz oppositioneller Banden, die sich aus Deserteuren und Wehrdienstverweigerern rekrutierten und mit \u00dcberf\u00e4llen auf sowjetische Beh\u00f6rden, Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte und Kolchosen die Region destabilisierten. Von den insgesamt 1.667.000 Deserteuren der Jahre 1941 bis 1943 und denen, die sich dem Wehrdienst entzogen, entfielen 62.751 auf den Nordkaukasus und 1944 noch einmal ca. 10.000. In Karatschai existierte ein illegales Nationalkomitee und ein illegaler Milit\u00e4rstab, in Tschetschenien eine illegaler Kongress der kaukasischen Bergv\u00f6lker unter Israilov und Terloev. Sie kommandierten ca. 24.000 Tschetschenen und Inguschen und unterhielten Kontakte mit den F\u00fchrern zweier deutscher Fallschirmeinheiten, die hinter der sowjetischen Front agierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Deportation der Inguschen und Tschetschenen wurde am Tag der Roten Armee, am 23. Februar 1944, festgelegt. An der Aktion nahmen 100.000 Soldaten und 19.000 Offiziere teil. Perfider Weise wurden sie zuvor unter dem Vorwand einer milit\u00e4rischen \u00dcbung in allen D\u00f6rfern und bei allen Familien einquartiert und als G\u00e4ste der gastfreundlichen Tschetschenen bewirtet und versorgt. Am Tag der Armee fanden in jedem Ort Festversammlungen statt, an denen alle M\u00e4nner teilnehmen mussten und nichts ahnend in Sonntagskleidung und ohne Waffen erschienen. Direkt von den Versammlungen wurden sie auf LKW\u2019s verladen und zu den Bahnh\u00f6fen gebracht und ihre Familien aus den H\u00e4usern gejagt. Alle, die Widerstand leisteten, wurden erschossen. Nach Berichten des russischen Geheimdienstes NKWD waren es 7200. Erschossen wurden auch viele Alte und bettl\u00e4gerige Kranke. Am n\u00e4chsten Morgen waren die D\u00f6rfer wie ausgestorben, die Tiere br\u00fcllten hilflos in den Stallungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Deportierten wurden in ungeheizten Viehwaggons verladen und wochenlang transportiert. Alle 24 Stunden hielt der Zug. Die den Tschetschenen heiligen Toten wurden den Bahndamm herabgeworfen. In Ostkasachstan und Sibirien mussten die Menschen sich Notunterk\u00fcnfte schaffen und sich selbst versorgen, immer unter Bewachung der \u00f6rtlichen Verwaltungen, die jede Bewegung kontrollierten. Von den 550.000 deportierten Tschetschenen kamen nach den Archivberichten des NKWD 260.000 um.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In die leerstehenden Geh\u00f6fte und G\u00e4rten wurden nutzlose Esser einquartiert, zum Beispiel Waisenkinder aus Moskau, was Anatoli Pristavkin in seinem Roman \u201eEs schlief ein goldenes W\u00f6lkchen\u201c beschreibt. Die Sowjetrepublik Tschetscheno-Inguschetien gab es nicht mehr, viele Ortschaften wurden per Dekret des Obersten Sowjet umbenannt und das Land an die angrenzenden Republiken aufgeteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Deportation schlug wie ein Blitz ein in das Sowjet-Tschetschenische Bewusstsein. Zum Symbol f\u00fcr die genozidale russische Politik wurde das Bergdorf Chaibach, im Herzland der Tschetschenen gelegen. Die ca. 700 Einwohner, unter ihnen Schwangere, Hundertj\u00e4hrige, Kleinstkinder, wurden in einen gro\u00dfen Pferdestall getrieben und lebendigen Leibes verbrannt. Der Kolchos des Dorfes trug wie ein b\u00f6ses Omen den Namen des Hauptinitiators der Deportation \u2013 \u201eLawrenti Berija\u201c. Der erhielt folgendes Telegramm:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>An das Volkskommissariat f\u00fcr Inneres der UdSSR Genossen<\/em><br \/>\n<em>L.P. Berija.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nur an Sie pers\u00f6nlich. Angesichts der Unm\u00f6glichkeit des Transports und mit dem Ziel der fristgem\u00e4\u00dfen Erf\u00fcllung der Operation \u201eBerge\u201c war ich gezwungen, die mehr als 700 Einwohner des Dorfes Chaibach zu liquidieren.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Grosny, Beh\u00f6rde f\u00fcr Inneres, Oberstleutnant Gweschiani.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort aus Moskau lautete:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>F\u00fcr das entschlossene Handeln im Zuge der Aussiedlung der Tschetschenen im Gebiet Chaibach sind Sie f\u00fcr eine staatliche Auszeichnung mit Bef\u00f6rderung vorgeschlagen. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch,<\/em><br \/>\n<em>NarKom f\u00fcr Inneres der UdSSR L. P. Berija.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Geheimrede Chrustschows auf dem XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion 1956, in der ein Teil der Verbrechen Stalins benannt wurden, kehrten die Tschetschenen nach und nach in ihre Heimat zur\u00fcck. In den Koffern trugen sie die Gebeine ihrer Verstorbenen, die zum Stra\u00dfenbau verwendeten Grabsteine richteten sie wieder auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur in ihre Bergd\u00f6rfer durften sie lange Zeit nicht zur\u00fcck. Das uns\u00e4gliche Leid der Deportation presste die Tschetschenen zusammen. Sie f\u00fchrte, besonders unter dem Sufi-Orden der Qaddirye, zur einer Erneuerung des Islam und zur Entstehung eines gemeinsamen tschetschenischen Nationalbewusstseins.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Der Erste Tschetschenienkrieg 1994 \u2013 1996<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">\u201eNehmt Euch soviel Souver\u00e4nit\u00e4t wie ihr vertragen k\u00f6nnt &#8230;\u201c<br \/>\n<strong> B. Jelzin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den Lockerungen der Perestroika unter Gorbatschow entstanden in Tschetschenien, \u00e4hnlich wie im Baltikum und im S\u00fcdkaukasus, neue Parteien und Bewegungen, die alle in einem Ziel \u00fcbereinstimmten: der Befreiung von der russischen Kolonialherrschaft. Die damals einflussreichste Partei war die Gr\u00fcne Bewegung Tschetscheniens mit ihrem Vorsitzenden Dr. Ramsan Goitemirow. Im November 1990 und am 8. Juni 1991 wurde auf zwei tschetschenischen Nationalkongressen von mehr als<br \/>\n1.000 in allen Regionen gew\u00e4hlten Delegierten die Unabh\u00e4ngigkeit Tschetscheniens beschlossen. Der General der sowjetischen Luftstreitkr\u00e4fte, Dschochar Dudaev, der sich in Estland geweigert hatte, gegen Demonstranten vorzugehen, wurde zum Vorsitzenden gew\u00e4hlt. Er l\u00f6ste am 1. September den Obersten Sowjet Tschetscheniens auf und lie\u00df alle Schl\u00fcsselstellen der Macht von der Nationalgarde besetzen. Am 27. 10. 1991 w\u00e4hlte Tschetschenien ein neues Parlament und bestimmte mit gro\u00dfer Mehrheit Dudaev zu ihrem Pr\u00e4sidenten. Am 8. 11. 1991 erkl\u00e4rte Dudaev die Souver\u00e4nit\u00e4t und Unabh\u00e4ngigkeit Tschetscheniens. Tschetschenien unterschrieb 1992 den F\u00f6derationsvertrag mit Russland nicht und geh\u00f6rte nicht mehr zu Russland. 1992 trat die mit Hilfe von Juristen aus dem Baltikum erarbeitete erste Tschetschenische Verfassung in Kraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Versuche Moskaus, mit milit\u00e4rischer Unterst\u00fctzung der kommunistischen Opposition, d.h. der ehemaligen Kommunisten, mit einer Wirtschaftsblockade und der Sperrung aller Verbindungswege Dudaev zu st\u00fcrzen, misslangen. Mit Hetzkampagnen in den russischen Medien wurde der Krieg vorbereitet, der am 11. Dezember 1994 begann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine der modernsten Armeen der Welt schoss und bombardierte die tschetschenischen D\u00f6rfer und die Stadt Grosny. Mehr als 460.000 Menschen flohen in die angrenzenden Republiken, vor allem nach Inguschetien und Dagestan. Traurige H\u00f6hepunkte waren die Massaker von Samaschki mit der Folterung und Ermordung von 94 Zivilisten und die Eroberung von Bamut, bei der Mehrfachraketenwerfer das gesamte Dorf zerst\u00f6ren. Ohne R\u00fccksicht auf die Zivilbev\u00f6lkerung wurden die Bergd\u00f6rfer im S\u00fcden Tschetscheniens bombardiert, international ge\u00e4chtete Waffen eingesetzt wie Vakuumbomben, Splitterbomben und Entlaubungsgifte. Die Luftangriffe wurden gestoppt durch zwei terroristische Akte: Der Geiselnahmen in Budjunnowsk im Juni 1995 und in Pervomaiskoe im Januar 1996. Die Waffenstillstandsverhandlungen, die es seit 1995 gab, wurden immer wieder von Jelzin torpediert, der gegen die Vereinbarungen mit Dudaev den ehemaligen 1. Sekret\u00e4r der Kommunistischen Partei, Doku Savgaev, als Gegenpr\u00e4sidenten in Tschetschenien einsetzte, Pseudo-Wahlen durchf\u00fchren lie\u00df und ein Abkommen \u00fcber den Status<br \/>\nTschetscheniens innerhalb der Russischen F\u00f6deration schloss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 22. April wurde der erste tschetschenische Pr\u00e4sident Dschochar Dudaev von einer Cruise-Missile-Rakete get\u00f6tet und der tschetschenische Dichter Selimchan Jandarbiev zu seinem Nachfolger bestimmt. W\u00e4hrend Janderbiev und der damalige russische Ministerpr\u00e4sident Tschernomyrdin im Kreml ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichneten, flog Jelzin nach Grosny, verk\u00fcndete den Sieg \u00fcber die tschetschenischen Rebellen und k\u00fcndigte Parlamentswahlen an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch den Pseudo-Parlamentswahlen der Marionettenregierung folgte im August 1996 eine tschetschenische Gro\u00dfoffensive, vor allem auf Grosny, wo 1.000 russische Soldaten eingeschlossen wurden. Die Bombardierung und Beschie\u00dfung Grosnys f\u00fchrte noch einmal zur Flucht tausender Zivilisten. Doch der Vormarsch der Tschetschenen war nicht mehr aufzuhalten. Der zum Tschetschenienbeauftragten ernannte General Lebed verhinderte die totale Niederlage der russischen Armee und unterzeichnete am 31. 08. in Chassaw-Jurt (Dagestan) ein Abkommen \u00fcber die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Russischen F\u00f6deration und der Tschetschenischen Republik. Die russischen Truppen zogen ab. Trotz Sabotageakten wie die Ermordung von sechs Mitarbeitern des Internationalen Roten Kreuzes in Nowye Atagi, fanden am 27. 01. 1997 unter der \u00c4gide der O.S.Z.E Pr\u00e4sidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Unter der Aufsicht von 72 Wahlbeobachtern und 200 Journalisten wurde Aslan Maschadov mit 59,3 der Stimmen in das Pr\u00e4sidentenamt gew\u00e4hlt. Jelzin gratulierte per Telefon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 12. Mai 1997 wurde in Moskau von den Pr\u00e4sidenten Maschadov und Jelzin ein Friedensvertrag unterzeichnet und damit indirekt die Souver\u00e4nit\u00e4t Tschetscheniens anerkannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch das Land war fast vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt, die Bev\u00f6lkerung entwurzelt. Durch die Kampfhandlungen starben ca. 100.000 Zivilisten. Der Krieg lie\u00df mindestens doppelt soviel Verwundete, Kr\u00fcppel, Witwen und Waisen zur\u00fcck. Der im Friedensvertrag vereinbarte Wiederaufbau Tschetscheniens erfolgte nicht, ebenso wurden \u00fcber 70 weitere mit Russland abgeschlossene Vertr\u00e4ge nicht erf\u00fcllt, statt dessen mit Diversionsakten des russischen Geheimdienstes der Krieg als kalter Krieg weitergef\u00fchrt. Maschadov war mit der Nachkriegssituation \u00fcberfordert, verlor an Ansehen und war nach kurzer Zeit mit einer politisch-religi\u00f6sen Opposition konfrontiert, die trotz ihres terroristischen Potentials von Moskau unterst\u00fctzt wurde. Ohne Hilfe von Russland und der Weltgemeinschaft war Pr\u00e4sident Maschadov zum Scheitern verurteilt, ein zweiter Tschetschenienkrieg vorprogrammiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Chronik von der Unabh\u00e4ngigkeit Tschetscheniens bis zum Ende des 1. Tschetschenienkrieges<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1990<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">23. \u2013 25. 11. 1. Tschetschenischer Nationalkongress in Grosny, 1.000 Delegierte beschlie\u00dfen die Unabh\u00e4ngigkeit Tschetscheniens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1991<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8. 06. Gesamtnationaler Kongress des tschetschenischen Volkes, der ehemalige General der sowjetischen Luftstreitkr\u00e4fte, Dschochar Dudaev, wird zum Vorsitzenden gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">August Putschversuch in Moskau, Dudaev unterst\u00fctzt Gorbatschow und Jelzin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. 09. der Gesamtnationale Kongress l\u00f6st per Dekret den Obersten Sowjet Tschetscheniens auf, alle Schl\u00fcsselstellen der Macht werden von der Nationalgarde Dudaevs besetzt, das Lenindenkmal in den Fluss gest\u00fcrzt, ein Provisorisches Republikkomitee eingesetzt; die Partei des Islamischen Weges (Beslan Gantimirov) unterst\u00fctzt mit 7.000 K\u00e4mpfern Dudaev; der gest\u00fcrzte Oberste Sowjet wird von Jelzin als Provisorischer Sowjet eingesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5. 10. die Nationalgarde st\u00fcrmt das KGB-Hauptquartier in Grosny; Moskau verlangt daraufhin die Entwaffnung der Nationalgarde Dudaevs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">27. 10. Wahl eines neuen Parlaments und Dudaevs zum Pr\u00e4sidenten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8. 11. Dudaev erkl\u00e4rt die Souver\u00e4nit\u00e4t und Unabh\u00e4ngigkeit Tschetscheniens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1992<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12. 03. In Kraft treten der neuen Verfassung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">31. 03. Putschversuch der unter Ruslan Chasbulatov in Moskau gebildeten Gegenregierung scheitert; Tschetschenien verweigert die Unterschrift unter den F\u00f6derationsvertrag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab Mai Wirtschaftblockade, Einfrierung aller tschetschenischer Konten, Sperrung aller Zufahrtsstra\u00dfen und des Flugverkehrs<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Juni die 12. motorisierte Infanterieausbildungsdivision verl\u00e4sst Tschetschenien<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dez. u. Jan. 93 Vorschl\u00e4ge Dudaevs zur Abtretung einer Reihe von Souver\u00e4nit\u00e4tsrechten an Russland und zum Beitritt der GUS<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1993<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">April Aufl\u00f6sung des Parlaments durch Dudaev<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dezember missgl\u00fcckter Putschversuch der Opposition<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1994<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab Mai unterst\u00fctzt Russland offen die Opposition. Doch alle bewaffneten Angriffe gegen die Dudaev-Regierung scheitern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11. 12. Russische Panzereinheiten dringen in Tschetschenien ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">19. 12. Beginn der Bombardierung Grosnys, viele Opfer unter der Zivilbev\u00f6lkerung, ca. 280.000 Menschen fliehen aus der Stadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">31. 12. Ungesicherter Sturmangriff russischer Panzer auf das Stadtzentrum von Grosny; Hunderte Panzer werden von den Tschetschenen in Brand gesetzt und erobert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1995<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">18. 02. Beginn einer russischen Gro\u00dfoffensive auf Gudermes, Argun und Schali<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7. \/ 8. April Massaker von Samaschki, Einsatz von Vakuumbomben, Splitterbomben und Entlaubungsgiften; Folterung und Ermordung von 94 Zivilisten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">14. 04. Angriff und Eroberung von Bamut, 400 K\u00e4mpfer werden get\u00f6tet; \u00dcbergang Dudaevs zum Guerillakrieg<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">14. \u2013 17. 06 Schamil Bassaev nimmt in der s\u00fcdrussischen Stadt Budjonnowsk ca. 1.000 Geiseln und verschanzt sich mit ihnen im Krankenhaus. Die Geiselnehmer fordern ein Ende der Bombardierung der tschetschenischen Bergd\u00f6rfer. Zwei gewaltsame Befreiungsaktionen scheitern und fordern 123 Menschenleben. Der folgende Friedensprozess wird vor allem durch Jelzin torpediert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. 11. Jelzin ernennt den ehemaligen 1. Sekret\u00e4r der Kommunistischen Partei Doku Sawgaev zum Pr\u00e4sidenten von Tschetschenien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">20. 11. und 4. 12. Anschl\u00e4ge auf Sawgaev und den Sitz der Moskauer Marionettenregierung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8. 12. Moskau beschlie\u00dft mit Doku Sawgaev eine Abkommen \u00fcber den Status Tschetscheniens innerhalb der Russischen F\u00f6deration und bricht damit die Vereinbarungen mit Dudaev.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">17. 12. Pseudo-Parlamentswahlen in Tschetschenien. Angeblich erhielt Doku Sawgaev 65% der Stimmen und wird zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">14. \u2013 25. 12. Schwere K\u00e4mpfe um Gudermes<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1996<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9. 01. Misslungener Angriff auf einen russischen Flugplatz in Dagestan unter Salman Raduev, anschlie\u00dfend Geiselnahme von 3.000 Geiseln in Kisljar und Verschanzung im Krankenhaus. Raduev handelt mit den Dagestanern den Abzug seiner K\u00e4mpfer gegen die Freilassung der Geiseln aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15. \u2013 17. 01 Ohne R\u00fccksicht auf die Geiseln, setzt Russland in Pervomaiskoe Artillerie, Panzer, Infanterie, Kampfhubschrauber,<br \/>\nMehrfachraketenwerfer und Fl\u00e4chenfeuerwaffen gegen Raduev ein, dem es trotzdem gelingt, mit 75 Geiseln in die Berge zu entkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">22. 04. Der erste tschetschenische Pr\u00e4sident Dschochar Dudaev wird von einer Cruise-Missile-Rakete get\u00f6tet, der Dichter Selimchan Jandarbiev zu seinem Nachfolger bestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">27. \/ 28. 05. Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens im Kreml von Jandarbiev und Tschernomyrdin. Zur selben Zeit fliegt Jelzin nach Grosny, bezeichnet Doku Sawgaev als einzigen rechtm\u00e4\u00dfigen Pr\u00e4sidenten Tschetscheniens, verk\u00fcndet den Sieg \u00fcber die tschetschenischen Rebellen und k\u00fcndigt Parlamentswahlen an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">14. \u2013 16. 06. Pseudo-Parlamentswahlen der Marionettenregierung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab 6. 08. Tschetschenische Gro\u00dfoffensive, vor allem auf Grosny, wo 1.000 russische Soldaten eingeschlossen werden. Bombardierung und Beschie\u00dfung Grosnys. Tausende Zivilisten versuchen zu fliehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">31. 08. Unterzeichnung eines Abkommens \u00fcber die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Russischen F\u00f6deration und der Tschetschenischen Republik in Chassaw-Jurt (Dagestan) durch Maschadov und Alexander Lebed im Beisein von Tim Guildemann, dem Vorsitzenden der O.S.Z.E.-Mission in Grosny<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">17. 12. Ermordung von 6 Mitarbeitern des IKRK in Nowye Atagi<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1997<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">27. 01. Pr\u00e4sidentschafts- und Parlamentswahlen in Tschetschenien, die von der O.S.Z.E f\u00fcr 350.000 $ vorbereitet worden waren. Unter der Aufsicht von 72 Wahlbeobachtern und 200 Journalisten wird Aslan Maschadov mit 59,3% der Stimmen Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12. 05. Unterzeichnung eines Friedensvertrages zwischen den Pr\u00e4sidenten Maschadov und Jelzin in Moskau<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Der Zweite Tschetschenienkrieg seit 1999<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">\u201eMan muss sie (die Tschetschenen) wie Ungeziefer vernichten!\u201c<br \/>\n\u201eWir werden sie in allen Ecken der Welt verfolgen und sie sogar in den Toiletten ertr\u00e4nken!\u201c<br \/>\n<strong>V. Putin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der zweite russische Krieg in Tschetschenien hatte vier wichtige Gr\u00fcnde. Er war erstens eine unmittelbare Reaktion auf die amerikanischen Bombardements in Jugoslawien, die Russland als Weltmacht ignorierten. Zweitens war er Revanche f\u00fcr die schmachvolle Niederlage der russischen Armee 1996. Drittens ist nach Aussagen Putins, die von vielen russischen Gener\u00e4len wiederholt wurde, dieser Krieg die Wiedergeburt der russischen Armee und der russischen Nation und der Versuch, das russische Nationalgef\u00fchl nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu sch\u00fcren. Viertens und nicht zuletzt wurde der KGB\/FSB-Mitarbeiter Wladimir Putin durch diesen Krieg Pr\u00e4sident von Russland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Einmarsch des tschetschenischen Feldkommandeurs Schamil Bassaev in Dagestan, mit oder ohne Hilfe des FSB, war willkommener Anlass f\u00fcr den Beginn der milit\u00e4rischen Operationen. F\u00fcr die Beteiligung des FSB an den Bombenanschl\u00e4gen auf Moskau und Wolgadonsk gibt es keine Beweise aber viele Indizien. Weder Indizien, noch Beweise gibt es f\u00fcr eine tschetschenische Schuld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst wird aus der Luft gebombt und ganz Tschetschenien aus sicherem Abstand unter Artillerie-Beschuss genommen \u2013 ohne R\u00fccksicht auf die Zivilbev\u00f6lkerung. Am 10. Oktober 1999 fliegen drei Boden-Boden-Raketen auf Grosny: die eine trifft den belebten Markt, es gibt 167 Tote und unz\u00e4hlige Verletzte; die zweite trifft die einzige Geburtsstation von Grosny: 27 Tote; die dritte landet in einem Vorort und trifft mehrere bewohnte H\u00e4user. Hundertausende Fl\u00fcchtlinge str\u00f6men, von Hubschraubern beschossen, in die Nachbarrepubliken Inguschetien, Dagestan und \u00fcber das Gebirge nach Georgien. Dann wird die tschetschenische Ebene mit Panzern \u00fcberrollt. Die Tschetschenische Regierung w\u00e4hlt einen Verteidigungsrat und zieht sich im Februar 2000 mit fast allen K\u00e4mpfern in die Berge zur\u00fcck. Dabei kommen beim \u00dcberqueren eines Minenfeldes Hunderte ums Leben. Die ohnehin seit dem ersten Krieg nur aus Ruinen bestehende Stadt Grosny wird restlos zerst\u00f6rt, ebenso weitere 15 gr\u00f6\u00dfere D\u00f6rfer. Der Kampf wird vor allem aus der Luft gef\u00fchrt und trifft Alte, Kranke und Arme, die entweder keine Mittel oder keine M\u00f6glichkeiten zur Flucht hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Unterschied zum ersten Krieg nehmen die Bombardements keine R\u00fccksicht auf die Industrieanlagen. Hochgiftige Chemikalien sickern \u00fcbers Grundwasser in die Sunscha. \u00d6lanlagen brennen und erzeugen einen bei\u00dfenden Rauch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiterer Unterschied zum ersten Krieg ist die weitgehende Abschirmung von Journalisten und Beobachtern. Die Propagandamaschine hat daf\u00fcr gesorgt, dass fast alle russischen B\u00fcrger f\u00fcr den Krieg gegen die Tschetschenen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer Reihe von K\u00e4mpfen, wie im M\u00e4rz 2000 in Goitschu (Komsomolskoe), wo das gesamte Dorf von ehemals 6000 Einwohnern restlos zerst\u00f6rt und 1100 tschetschenische K\u00e4mpfer get\u00f6tet wurden, beschlie\u00dft der tschetschenische Verteidigungsrat den Partisanenkampf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Jahre lang gleichte das besetzte Tschetschenien einem riesigen Konzentrationslager. An Ortsausg\u00e4ngen und Wegkreuzungen wegelagern Milit\u00e4rposten, die sich willk\u00fcrlich an den Menschen auslassen aber vor allem verdienen wollen. An manchen Posten steht ein Schild: Wir haben es satt euch zu t\u00f6ten, die Passage kostet 50 Rubel. Die russische Armee ist mit mehr als 100.000 Mann \u00fcberall pr\u00e4sent aber kontrolliert wegen ihrer Bestechlichkeit nichts, wie die letzten Terroranschl\u00e4ge zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bev\u00f6lkerung lebt in st\u00e4ndiger Angst vor den S\u00e4uberungen, mit denen die Bev\u00f6lkerung systematisch dezimiert wird. Bei jeder S\u00e4uberung werden bis zu 100 Personen mitgenommen, grausam gepr\u00fcgelt und verh\u00f6rt. F\u00fcnfzehn bis zwanzig verschwinden in den ber\u00fcchtigten Lagern und k\u00f6nnen, wenn das Dorf das Geld aufbringt, freigekauft werden. Einige werden in den n\u00e4chsten Tagen gefoltert und verst\u00fcmmelt irgendwo verscharrt aufgefunden. Viele D\u00f6rfer haben bis zu 40 S\u00e4uberungen hinter sich. Internationale Menschenrechtsorganisationen, denen offiziell der Zutritt nach Tschetschenien verwehrt wird, dokumentieren grausamste Verbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Einsetzung des Putinfreundes Ramsan Kadyrov als pro-russischen Pr\u00e4sidenten wird die Stadt Grozny wieder aufgebaut. Seine Milizen und Todesschwadrone setzen die gezielten S\u00e4uberungen fort und beherrschen das Land. Der Widerstand spaltet sich auf in Demokraten und Islamisten. Islamistische Anschl\u00e4ge in gesamten Nordkaukasus liefern Anl\u00e4sse f\u00fcr das Einschreiten des russischen Milit\u00e4rs. Eine Befriedung des Kaukasus ist auf lange Zeit nicht in Sicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Chronik des 2. Tschetschenienkrieges<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1999<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00e4rz Planung und Vorbereitung des Zweiten Tschetschenienkrieges (nach \u00c4u\u00dferung des damaligen Ministerpr\u00e4sidenten Stepaschin)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8. 08. Schamil Bassaev und Amir al-Chattab dringen mit ca. 2.000 K\u00e4mpfer in Dagestan ein und rufen einen unabh\u00e4ngigen islamischen Staat Dagestan aus. Pr\u00e4sident Maschadov distanziert sich von ihnen und verurteilt den Einmarsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9. 08. Jelzin entl\u00e4sst Ministerpr\u00e4sident Stepaschin und setzt Wladimir Putin zu seinem Nachfolger ein, der eine russische Gro\u00dfoffensive gegen die tschetschenischen K\u00e4mpfer in Dagestan befiehlt, die auch in Tschetschenien fortgesetzt werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9. 09. \u2013 16. 09. Drei Sprengstoffanschl\u00e4ge auf Wohnh\u00e4user in Moskau und der s\u00fcdrussischen Stadt Wolgadonsk fordern insgesamt 240 Tote und mehr als 300 Verletzte. Ohne dass es f\u00fcr eine tschetschenische Schuld Anhaltspunkte oder Beweise gab, bricht in ganz Russland eine Verfolgungswelle gegen alle Tschetschenen und Kaukasier aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab 21. 09. Isolierung Tschetscheniens und Bombenangriffe auf Grosny. Bis 26. 09. werden alle Erd\u00f6llager und Raffinerien in Brand geschossen und vernichtet. Fl\u00fcchtlingskolonnen stauen sich am Grenz\u00fcbergang nach Inguschetien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6. 10. Am Stadtrand von Grosny wird ein Bus mit Fl\u00fcchtlingen beschossen, es gibt 28 Tote.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4. 11. Die Zahl der Fl\u00fcchtlinge nach Inguschetien erreicht 200.000, 7.000 fliehen \u00fcber die Berge nach Georgien, ca. 100.000 nach Dagestan, 175.000 irren schutzlos im Land umher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9. 11. Zerst\u00f6rung von Bamut<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2000<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. 02. Pr\u00e4sident Maschadov, das Parlament und ein gro\u00dfer Teil der tschetschenischen Streitkr\u00e4fte brechen aus und verlassen Grosny. Beim \u00dcberqueren eines Minenfeldes bei Alchan-Kala kommen mehr als 3.000 K\u00e4mpfer um. Schamil Bassaev wird der Fu\u00df abgerissen. M\u00e4rz Schlacht um Goitschu (Komsomolskoe), 400 Bewohner, Frauen, Alte und Kranke werden tagelang auf einem Schneefeld festgehalten und erleben die v\u00f6llige Zerst\u00f6rung ihres Dorfes. Mehr als 1.000 M\u00e4nner werden get\u00f6tet. Das Dorf Goitschu mit ehemals 6.000 Einwohnern gibt es nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11. 02. Maschadov erkl\u00e4rt den Partisanenkrieg. Die russischen Truppen werden \u00fcberall im Land angegriffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab Februar in Filtrationslagern wie Chankala, Tschernokossovo, PAP-5 (bei Grosny), Internat (bei Urus-Martan), Ptitschnik (ehem. H\u00fchnerfabrik in Otschroi-martan), GUOSCH wird regelm\u00e4\u00dfig gefoltert und gemordet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12. 06. Schwerste Gefechte zwischen tschetschenischen und russischen Truppen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">21. 06. Drei Menschenrechtsexperten des Europarates nehmen in Grosny ihre Arbeit auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. 07. Selbstmordanschl\u00e4ge der Mudjahedin in Argun, Gudermes und Urus-Martan fordern Hunderte Tote unter russischen Soldaten und Offizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">26. 07. Der franz\u00f6sische Philosoph Andr\u00e9 Glucksmann berichtet in der Zeitung \u201eDie Zeit\u201c von seiner heimlichen Reise durch Tschetschenien und warnt vor Russland als einem der gr\u00f6\u00dften Schurkenstaaten des 21. Jh.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">25. 10. die Menschenrechtsorganisation Human Right Watch legt eine neue Studie vor \u00fcber die Anwendung der Folter in Tschernokossowo.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2001<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">24. 02. die russische Journalistin Anna Politkowskaja von der \u201eNowaja Gaseta\u201c wirft der russischen Regierung schwerste Menschenrechts-verletzungen vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">25. 02. im Beisein von Mitarbeitern der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial wird ein Massengrab bei dem Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt Chankala (am Flugplatz von Grosny) exhumiert. Es werden die Leichen von 48 ermordeten Tschetschenen gefunden, unter ihnen drei Frauen. Fast alle sind Zivilisten. Viele Leichen weisen schwerste Folterspuren auf: Brandwunden, abgeschnittene Ohren, abgezogene Haut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">14. 03. drei Tschetschenen entf\u00fchren ein russisches Flugzeug mit 162 Passagieren nach Saudiarabien und fordern ein Ende des Tschetschenienkrieges.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10. 04. im Keller eines russischen Polizeipostens wird ein zweites Massengrab entdeckt mit 17 Leichen, die Folterspuren aufweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12. 04. der prorussische Administrator Adam Deniev, Offizier des FSB, der Anfang der 90ger Jahre in Tschetschenien den Wachabismus propagierte, wird in Grosny durch einen Bombenanschlag get\u00f6tet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5. 09. tschetschenische K\u00e4mpfer unter Gelaev durchqueren mit Billigung der georgischen Regierung Georgien und liefern sich bis Mitte Oktober im Kodori-Tal Gefechte mit den abchasischen Truppen, die von der russischen Luftwaffe unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">25. 09. Gespr\u00e4che zwischen Achmed Sakaev und Kasanzew in Grosny<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">18. 11. Treffen zwischen Achmed Sakaev und Kasanzev auf einem Flughafen in Moskau, es kommt zu keiner Einigung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">28. 11. Angriff der russischen Luftstreitkr\u00e4fte auf georgische D\u00f6rfer im Pankissi-Tal, wo sich einige Tausend tschetschenische Fl\u00fcchtlinge aufhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">30. 12. R\u00fccktritt des Pr\u00e4sidenten Inguschetiens, Ruslan Auschev. Im April 02 wird der FSB-Offizier Siasikov seine Nachfolge antreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2002<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">27. 01. Abschuss eines russischen Milit\u00e4rhubschraubers. Unter den 14 Toten sind zwei Gener\u00e4le und drei Offiziere im Rang eines Oberst. Bis Februar haben die russischen Streitkr\u00e4fte drei Hubschrauber verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">23. 10. Ein tschetschenisches Selbstmordkommando, unter ihnen viele Frauen, nehmen in einem Moskauer Musical-Theater ca. 400 Geiseln und fordern ein Zeichen f\u00fcr die Beendigung des Tschetschenienkrieges. Bei der Einlassung eines Kampfgases sterben ca. 130 der Geiseln. Die Geiselnehmer werden erschossen. Schamil Bassaev bekennt sich zu dem Anschlag. Maschadov verurteilt ihn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">28. \/ 29. 10. Tschetschenischer Weltkongress in Kopenhagen; nach dem Kongress wird der tschetschenische Minister und Sondergesandte Maschadovs, Achmed Sakaev, verhaftet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">30. 11. Ermordung von Malika Umajieva, der B\u00fcrgermeisterin von Alkhan-Jurt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">27. 12. Anschlag auf das Geb\u00e4ude der russischen Administration<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2003<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. 01. Das Mandat f\u00fcr die OSZE in Tschetschenien wird von Russland nicht verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">23. 03. Durchf\u00fchrung eines Zwangsreferendums in Tschetschenien \u00fcber eine neue Verfassung und neue Gesetze f\u00fcr die Wahl eines Pr\u00e4sidenten und Parlaments. Trotz der weitgehenden Boykottierung der Wahl kommentiert Putin die gef\u00e4lschten Wahlergebnisse: Jetzt geh\u00f6rt Tschetschenien wieder zu Russland!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">20. 04. Ermordung der Menschenrechtlerin Sura Betieva und ihrer Familie<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. 08. Anschlag auf ein Milit\u00e4rkrankenhaus in Mosdok (Nord-Ossetien).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5. 10. Pseudowahl von Achmed Kadyrov zum \u201ePr\u00e4sidenten\u201c der russischen Besatzerregierung in Tschetschenien<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2004<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10. 01. Ermordung von Aslan Davletukaev, Mitarbeiter der Russisch-Tschetschenischen Freundschaftsgesellschaft<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">13. 02. Ermordung des tschetschenischen Dichters und Expr\u00e4sidenten Selimkhan Jandarbiev in Katar; zwei Agenten des FSB werden der Tat \u00fcberf\u00fchrt, im Juni zu lebenslanger Haft verurteilt und an Russland ausgeliefert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9. 05. T\u00f6dlicher Sprengstoffanschlag auf den von Russland eingesetzten tschetschenische Pr\u00e4sidenten Achmed Kadyrow in einem Stadion in Grosny<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">21. 06. Anschlag in Nazran auf das Innenministerium, das Geb\u00e4ude des FSB, auf Polizeiposten und Kasernen. Mindestens 98 Polizisten und Beamte werden get\u00f6tet, darunter der Innenminister, der Gesundheitsminister, der Staatsanwalt von Nasran und der Bezirksstaatsanwalt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">30. 08 Pseudowahl des pro-russischen Polizeigenerals Alu Alchanow zum \u201ePr\u00e4sidenten\u201c der russischen Besatzerregierung in Tschetschenien<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. 09. Blutige Geiselnahme in Beslan\/Nordossetien. Die Schule wird mit Brandgeschossen gest\u00fcrmt, es sterben 330 Menschen, vor allem Kinder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2005<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. 02. Verk\u00fcndigung eines einseitigen Waffenstillstandes f\u00fcr einen Monat durch Aslan Maschadow. Seine Einhaltung bezeugt die Autorit\u00e4t Maschadows f\u00fcr Verhandlungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">24.\/25. 02. Unterzeichnung des so genannten Londoner Memorandums bei einem Treffen zwischen Achmed Zakaev und den Soldatenm\u00fcttern Russlands in der Vertretung des EU-Parlaments in London<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8. 03. Ermordung des tschetschenischen Pr\u00e4sidenten Aslan Maschadow, angeblich in Tolstoi-Yurt. Die Bilder seines gesch\u00e4ndeten Leichnams gehen um die Welt. Seine Herausgabe zur Beerdigung wird den Verwandten verweigert. Sein Nachfolger wird verfassungsgem\u00e4\u00df Abdul-Khalim Sadulaev.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">13. 10. Anschlag auf 15 milit\u00e4rische Objekte und Kommandozentralen in Naltschik \/ Kabardino-Balkarien; an dem Anschlag sind 217 K\u00e4mpfer aus Kabardino-Balkarien, Tschetschenien und anderen nordkaukasischen Republiken beteiligt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2006<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">17. 06. Tod des Pr\u00e4sidenten Said-Khalim Sadulaev. Sein gesch\u00e4ndeter Leichnam wird im Fernsehen pr\u00e4sentiert, eine Bestattung verweigert; Der Nachfolger von Said-Khalim Sadulaev wird verfassungsgem\u00e4\u00df sein Stellvertreter Dokku Umarov. Dokku Umarov war Direktor des nationalen tschetschenischen Sicherheitsdienstes und Kommandeur der Westfront.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10. 07. Tod Schamil Bassaevs<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang Juli Die russische Duma erl\u00e4sst zwei Gesetze; das erste erlaubt der Regierung \u201eExtremisten\u201c und \u201eTerroristen\u201c in Russland und im Ausland zu liquidieren, das zweite definiert Regierungsgegner und Regimekritiker als Extremisten. Ger\u00fcchten zufolge sollen Spezialkommandos des Geheimdienstes FSB die entsprechenden Personen im In- und Ausland beseitigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7. 10. Ermordung der international bekannten russischen Journalistin Anna Politkowskaja<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">23. 11. Der in London im Exil lebende ehemalige FSB-Offizier Alexander Litwinenko stirbt an den Folgen einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2007<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15. 02. Pseudowahl Ramzan Kadyrovs zum pro-russischen Pr\u00e4sidenten Tschetscheniens; Wiederaufbau Groznys und des Landes<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7. 10. Dokku Umarov erkl\u00e4rt sich in Verletzung des Artikels 69 der Verfassung zum Emir eines Kaukasischen Emirats, das f\u00fchrt zur Spaltung des Widerstands in Islamisten und Demokraten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6. 11. Das in Tschetschenien, Russland und Europa verstreute Parlament \u00fcbernimmt die politische F\u00fchrung der Tschetschenischen Republik Itschkeria<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">22. 11. Einsetzung Achmed Zakaevs, London, als Premierminister der TschRI und Bildung einer Exilregierung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcheren Geschichte<br \/>\nIn der Antike und im fr\u00fchen Mittelalter wurde das Siedlungsgebiet der Wainachen zum Ber\u00fchrungspunkt verschiedener expandierender Reiche: In den H\u00f6henlagen bestand das K\u00f6nigreich Serir, in der n\u00f6rdlichen Ebene herrschten die Alanen, denen es vor\u00fcbergehend &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/waynakh.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/564"}],"collection":[{"href":"http:\/\/waynakh.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/waynakh.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/waynakh.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/waynakh.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=564"}],"version-history":[{"count":11,"href":"http:\/\/waynakh.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/564\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":575,"href":"http:\/\/waynakh.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/564\/revisions\/575"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/waynakh.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/waynakh.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}<!-- WP Super Cache is installed but broken. 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